Flüchtlingsgespräche - Eine deutsch-deutsche Autorenbegegnung

18. Februar 1984
Literarisches Colloquium Berlin

Lesung: Wolf Biermann, Heinz Brandt, Siegmar Faust, Erich Loest, Ulrich Pietzsch, Ulrich Schacht, Sigmar Schollak, Udo Steinke und Gerald Zschorsch
Moderation: Wolfgang Trautwein

Weiterführende Information

Die "Flüchtlinge", die an diesem Abend ihre Texte im Literarischen Colloquium vortragen, sind auf den unterschiedlichsten Wegen aus der DDR in die Bundesrepublik gelangt: Heinz Brandt, ein bereits von den Nationalsozialisten Verfolgter, musste als unangepasster Kommunist auch in Ostdeutschland mehrere Jahre Haft verbüßen. 1958 in die Bundesrepublik geflohen, wurde er 1961 durch die Stasi entführt und kam erst 1964 wieder frei. Gerald Zschorsch wurde 1974 von der Bundesrepublik freigekauft, nachdem ihm die DDR seine Staatsbürgerschaft entzogen hatte. Siegmar Faust und Ulrich Schacht wurden 1976 mehr oder weniger direkt aus der Haft in den Westen entlassen. Die Ausbürgerung Wolf Biermanns im gleichen Jahr zog eine regelrechte Auswanderungswelle von Intellektuellen nach sich. Erich Loest schließlich übersiedelte nach negativen Erfahrungen mit der DDR-Zensur 1981 in die Bundesrepublik. Die von den Gästen des Abends ausgewählten Texte reflektieren unter anderem ihre Hafterfahrungen und Heimatverluste.

 

 

Personen auf dem Podium