Hans Wollschläger liest aus seiner Übersetzung von „Ulysses“

04. Mai 1977
Deutsches Literaturarchiv Marbach

Veranstaltungsort


Hoser's Buchhandlung, Stuttgart

Vortrag und Lesung: Hans Wollschläger
Sammlung „Hoser's Buchhandlung“: Tonband 4

Weiterführende Informationen

„Als Station eines Wachstumsprozesses“ habe Hans Wollschläger seine Übersetzung des „Ulysses“ begriffen. Dem Autor des modernen Klassikers folgend, begreift auch der Übersetzer seine abgeschlossene Arbeit als bewusst offen. Das aber heiße nichts anderes, als dass Raum sei für Korrekturen und Verbesserungen – ganz wie auch er Korrekturen von Joyce in seine Übersetzung habe einfließen lassen. Hans Wollschläger stellt anschließend übersetzungstheoretische Überlegungen an und berichtet von der Herausforderung, das Zitatgewebe des Originals ins Deutsche zu übertragen. Im zweiten Teil liest er aus dem berühmten 14. Kapitel „Die Rinder des Sonnengottes“, das das Wachstum eines Embryos in der historischen Sprachentwicklung spiegelt, indem die Erzählung sich vom Altenglischen zum Dubliner Slang Anfang des 20. Jahrhunderts bewegt.

Die Sammlung der Buchhandlung "Hoser" umfasst 85 Tonbänder von Autorenlesungen, die dem Deutschen Literaturarchiv Marbach von der Familie Storz gestiftet wurden. Begonnen 1974, wurden von 1976 bis 1988 die Veranstaltungen mitgeschnitten. Das Programm wirkte stilbildend auf andere Buchhändler und wurde ein wichtiger Teil des Stuttgarter Kulturlebens.  

[Die Lesung im Marbacher Online-Katalog findet sich hier.]

Personen auf dem Podium