„Kohlhaas“

17. Oktober 1979
Deutsches Literaturarchiv Marbach

Veranstaltungsort


Hoser's Buchhandlung, Stuttgart

Lesung: Elisabeth Plessen
Sammlung „Hoser's Buchhandlung“: Tonband 34

Weiterführende Informationen

Elisabeth Plessen geht in ihrem poetologischen Essay „Über die Schwierigkeiten, einen historischen Roman zu verfassen“ auf die sehr zeitgebundene Ablehnung ein, die sie während des Schreibens an ihrem Kohlhaas-Roman erfahren habe: Gegenwartsflucht sei das, reaktionär und „ein Kalb mit zwei Köpfen“. Schreiben aber sei immer Umgang mit Tradiertem, das Verfassen eines historischen Romans erfordere lediglich eine andere Vorarbeit. Die Ausgangssituation bei der Gestalt des Kohlhaas ist aber dadurch noch in ihrer Komplexität verschärft, dass neben dem historischen Hans Kohlhase auch Kleist berühmte Novelle „Michael Kohlhaas“ existiert. Von der realen Gestalt übernimmt Elisabeth Plessen den Vor-, von Kleist den Nachnamen ihrer Figur. Allerdings habe sie es anders machen wollen als Kleist, dessen Werk eine Herausforderung geblieben sei. Ihre Beziehung zu ihm sei die beständiger Auseinandersetzung, nicht Lösung.
Anschließend liest Elisabeth Plessen den Beginn ihres Romans, der von Metareflexionen über das eigene Schreiben durchzogen ist.

Die Sammlung der Buchhandlung "Hoser" umfasst 85 Tonbänder von Autorenlesungen, die dem Deutschen Literaturarchiv Marbach von der Familie Storz gestiftet wurden. Begonnen 1974, wurden von 1976 bis 1988 die Veranstaltungen mitgeschnitten. Das Programm wirkte stilbildend auf andere Buchhändler und wurde ein wichtiger Teil des Stuttgarter Kulturlebens.  

[Die Lesung im Marbacher Online-Katalog findet sich hier.]

Personen auf dem Podium