Studio LCB mit Jo Lendle

01. August 2013
Literarisches Colloquium Berlin

Lesung: Jo Lendle
Gesprächspartner: Sandra Kegel und Adam Soboczynski
Moderation: Hubert Winkels

Programmtext

Es wird ein Abend über neue schöne Literatur, aber auch über das Verlegen im digitalen Zeitalter; denn Jo Lendle, erst Redakteur der Literaturzeitschrift "Edit", dann einige Jahre verlegerischer Geschäftsführer des Kölner DuMont Verlages, wird im Januar 2014 neuer Chef des Münchner Hanser Verlages. Trotz der geschäftlichen Verpflichtungen war und ist Jo Lendle auch Erzähler. Die Reise in ein fremdes Land wird in seinem neuen Roman "Was wir Liebe nennen" (DVA) zu einem Aufbruch in ein neues Leben. Lambert ist Zauberer, aber er ist es nicht gern. Trotzdem akzeptiert er freundlich alles, was das Schicksal sich so für ihn ausdenkt – bis er bei einem Auftritt in Kanada Fe kennenlernt, die ausgestorbene Tierarten erforscht. Die beiden verbringen ein paar Stunden miteinander, und schon geht sie ihm nicht mehr aus dem Kopf. Bald muss Lambert sich entscheiden: Will er zurück in sein altes Leben in Osnabrück, wo seine Freundin auf ihn wartet, oder setzt er alles aufs Spiel? Was ist Liebe? Und warum bringt manchmal nur ein Trick die Rettung?

Weiterführende Information

Hier haben wir eine Studio-LCB-Aufnahme vor uns, in der man das Thema "Gewohnheiten" zu Beginn anschneidet. Man merkt, dass es um eine bestimmte Beleuchtungs-Kultur innerhalb eines Debatten-Vorgangs geht. Von Michael Krüger, Verleger und Autor, ist bekannt, dass er in den frühen Morgenstunden schreibt, um dann den Kopf für die Geschäfte frei zu haben. Der heutige Gast der Sendung, Jo Lendle hält es auch so. Was ist aber die Überschneidung dabei? Der eine verlässt als Verleger den Hanser-Verlag, der andere wird sein Nachfolger. Wie bringt man beides unter einem Hut? Das Viel-Beschäftigt-sein als Verleger, das literarische Schaffen unter den Bedingungen der Verlassenheit des Schreibtisch? In gewisser Weise reaktiviert diese Sendung eine These der frühen 60erJahre. Der Strukturalismus beobachtete damals das Phänomen eines Missverhältnisses zwischen den Begriffen und den Dingen. Die Wörter schienen unfähig zu sein, die Welt zu erfassen. Literatur verstand man deshalb auch als das Ereignis eines Scheiterns der Sprache. Diese Aufnahme spitzt diese These gar nicht mal derart zu. Aber sie lebt von ähnlichen Zuspitzungen, weil sie ständig Grundsätzliches neu debattieren muss. Wie sieht die Arbeit des Verlegers heutzutage aus? In der wirren digitalen Welt – wie kommt ein Autor mit sich und den anderen zurecht?Helfen

 

 

Personen auf dem Podium