Studio LCB mit Karen Duve

17. Oktober 2000
Literarisches Colloquium Berlin

Lesung: Karen Duve
Gesprächspartner: Katharina Döbler und Susanne Fischer
Moderation: Hajo Steinert

Programmtext

Gerne steckt man die deutsche Erzählerin Karen Duve wegen ihrer spektakulären Buch-Erfolge in die literarische Schublade „Fräuleinwunder“. Für solche Verniedlichungen ist die bei Hamburg lebende Duve, 38, ehemalige Taxifahrerin, vermutlich nicht nur als Autorin viel zu reif; und die literarischen Motive in ihren Büchern sind von einer derartigen Robustheit, dass man sie vor den gängigen Klischees des Literaturjournalismus geradezu in Schutz nehmen möchte. Karen Duve machte bis heute vor allem mit ihrem schaurigen „Regenroman“ (Eichborn) auf sich aufmerksam. Darin zieht sich ein junges Paar in ein morsches Haus in ostdeutscher Moorlandschaft zurück. Wo Moor ist, lässt eine Leiche nicht lange auf sich warten. Und auch sonst geht es in diesem überaus aufregenden Roman ziemlich böse zu. Es folgte der Erzählungsband „Keine Ahnung“ (Suhrkamp Taschenbuchverlag). Duve ist nicht nur eine Spezialistin für die merkwürdigsten Beziehungsgeschichten, sondern auch eine scharfzüngige Seismographin des deutschen Alltags. Karen Duve liest neue Prosa und unterhält sich mit der Schriftstellerin, taz-Kolumnistin und Mitarbeiterin im Arno-Schmidt-Archiv Susanne Fischer und der Kritikerin Katharina Döbler.

 

 

Weiterführende Informationen

Im Oktober 2000 war Karen Duve aufgrund ihres ein Jahr zuvor publizierten "Regenromans" eine der gefragtesten Schriftstellerinnen eines boomenden Buchmarktes, in dessen Mittelpunkt junge deutschsprachige Autoren standen. Duve hat eine bewegte Lebensgeschichte hinter sich, von der sie an diesem Abend erzählt - deutlich kennzeichnet ihre Biographie auf unterschiedliche Weise ihr Schreiben. 14 Jahre lang hat Karen Duve als Taxifahrerin in Hamburg gearbeitet. Selbstbewusst berichtet die Autorin von einem aus ihrer Sicht stolpernden, zeitweise planlosen Werdegang, von ihrem überraschenden Ruhm, ihrem Ärger mit der "Emma"-Herausgeberin Alice Schwarzer und ihren feministischen Überzeugungen. 

Personen auf dem Podium