Christoph Links spreekt over zijn ervaringen als uitgever

23. April 1997
Deutsches Literaturarchiv Marbach

Veranstaltungsort


Goethe-Institut Amsterdam

Vortrag: Christoph Links
Sammlung „Goethe-Institut Amsterdam“: Tonkassette 198

Programmtext

Der in Ost-Berlin im Jahre 1954 geborene Verleger und Autor war in der DDR an politischen Aktivitäten, die nicht unbedingt verboten, jedoch unerwünscht waren, beteiligt. So sammelt er beispielsweise Brillen für Nicaragua. Er lebt inmitten der Künstler-Szene in Prenzlauer-Berg und wird vom Regime observiert. Im Januar 1990 gründete er seinen eigenen Verlag Christoph Links, bei welchem die Dokumentation Chronik der Wende erschien, die seitdem 50.000 verkaufte Exemplare zählt -  ein enormer Erfolg. Die Probleme auf Grund der Staatssicherheit, des Rechtsradikalismus, der Arbeit der Treuhand-Gesellschaft und der Problematik rund um allerlei Sekten, sind allesamt Themen, die in seinem Verlag eine Rolle spielen. Mit seiner Schlagfertigkeit und seinem scharfen Intellekt hat er es geschafft, innerhalb von 7 Jahren mehr als 100 Titel herauszubringen.

Weiterführende Informationen

Christoph Links, selbst Sohn eines Verlegers, berichtet von seinem Werdegang als Verleger, der im Herbst 1989 mit der Konzeption eines Buches begann, das versuchte, die entscheidenden Tage des Zusammenbruchs der DDR zu dokumentieren und den Titel „Wir sind das Volk“ trug. Während des Prozesses der Wiedervereinigung gingen die Rechte an diesem Buch an Christoph Links zurück und er publizierte es erneut unter dem Titel „Chronik der Wende“ in seinem neu gegründeten „Ch. Links Verlag“. Anschließend skizziert er die ökonomischen Verwerfungen, die die Wende für den Wirtschaftsraum der DDR bedeutete, und die dadurch einsetzende Erosion der ostdeutschen Verlagslandschaft.

Die Sammlung des Goethe-Instituts Amsterdam umfasst 217 Tonkassetten mit Autorenlesungen, Vorträgen, Konferenzen und Performances. Sie wurde dem Deutschen Literaturarchiv Marbach vom Goethe-Institut in Amsterdam gestiftet. Die früheste Aufnahme stammt aus dem Jahr 1989, die späteste aus dem Jahr 2006.

[Die Lesung im Marbacher Online-Katalog findet sich hier.]

Personen auf dem Podium