Jakob Hein leest uit „Mein erstes T-Shirt“

11. September 2003
Deutsches Literaturarchiv Marbach

Veranstaltungsort


Goethe-Institut Amsterdam

Lesung: Jakob Hein
Sammlung „Goethe-Institut Amsterdam“: Tonkassette 46

Programmtext

Als Jakob Hein 18 Jahre alt war, war man so freundlich, die Mauer zu öffnen. In Mein erstes T-Shirt (Mijn eerste T-shirt (die niederländische Übersetzung erscheint Ende August beim Verlag De Arbeiderspers)) beschreibt Hein mit saloppen Humor das Leben eines Kleinkindes, eines Knirpses, eines Teenagers, kurz von einer Generation, die alles in den Tagen zum ersten Mal erlebt, in denen das DDR-Regime seine letzten Stunden zählt. Beachtlich ist, dass seine zugänglichen, erheiternden, manchmal sarkastischen Observationen des alltäglichen Wahnsinns der DDR für den Leser des Westens kenntlicher sind, als man erwartet. Die 80er Jahre: Punkmusik und die Auflehnung gegen das System. Mit willentlicher Naivität und leichtfüßiger Rebellion stellt Hein die überenthusiastische aber ungeschickte Bekanntschaft eines Pubertierenden mit seiner erste elektrischen Gitarre, dem ersten Betrunkensein und die Jugendträume einer größeren und schöneren Welt dar.

Weiterführende Informationen

Entgegen der Ankündigung einer klassischen Autorenlesung gestaltet Jakob Hein den Abend nach eigener Aussage „interaktiv“: Das Publikum schlägt Themen vor, er liest zu den vorgeschlagenen Themen eine passende Geschichte. Diese Art der Autorenlesungen ist im Zusammenhang mit Jakob Heins Verbindung mit den damals noch neuen Berliner Lesebühnen zu sehen. Er liest Geschichten zu den Themen ‚11. September‘ („Ein bisschen Frieden kann manchmal auch zu viel sein“), ‚Mexiko‘ (ohne Titel), aus „Mein erstes T-Shirt“ liest er die Geschichte „Poesiealbum und Paria“ und abschließend das Märchen „Vier Daumen“.

Die Sammlung des Goethe-Instituts Amsterdam umfasst 217 Tonkassetten mit Autorenlesungen, Vorträgen, Konferenzen und Performances. Sie wurde dem Deutschen Literaturarchiv Marbach vom Goethe-Institut in Amsterdam gestiftet. Die früheste Aufnahme stammt aus dem Jahr 1989, die späteste aus dem Jahr 2006.

[Die Lesung im Marbacher Online-Katalog findet sich hier.]

Die Vortragenden der Einführung und des niederländischen Textes konnten leider nicht ermittelt werden. Bei Einwänden oder Informationen wenden Sie sich bitte an die auf der Veranstalterseite angebene Adresse des Deutschen Literaturarchivs.

Personen auf dem Podium