Berlin in der Literatur

12. Mai 2000
Deutsches Literaturarchiv Marbach

Veranstaltungsort


Goethe-Institut Amsterdam

Vorträge: Hans Ester, Matthias Prangel, Theo Kramer, Alexander von Bormann
Sammlung „Goethe-Institut Amsterdam“: Tonkassetten 118, 119, 120

Weiterführende Informationen

Als Auftakt eines nachmittäglichen Symposium zum Thema „Berlin in der Literatur“ spricht Hans Ester über die literarische Repräsentation der „verspäteten Stadt Berlin“ im Werk Theodor Fontanes, die er im Gegensatz zu dessen Zeitgenossen als wesentliches Referenzsystem seiner Dichtung und seiner Romane begreift, vergleichbar vielleicht  nur mit der Rolle Londons für etwa Charles Dickens.

Anschließend spricht Matthias Prangel „Vom dreifachen Umgang mit der Komplexität der Großstadt“ in Alfred Döblins „Berlin, Alexanderplatz“. Darin ginge es um Erfahrungen, die ein einzelner in und mit der sowie gegen die Großstadt mache – einem, in Döblins Sicht, aus vorgefertigten Wörtern bestehenden, instabilen Kommunikationsraum.

Als vorletzter Redner widmet sich Theo Kramer Christa Wolfs Erzählung „Der geteilte Himmel“ und der Debatte, die sich nach der Wiedervereinigung an der 1990 veröffentlichten Erzählung „Was bleibt“ entzündete. Alexander von Bormann beschließt das Symposium mit einem Vortrag zu Cees Nootebooms „Berliner Notizen“, in denen er zum einen seine Beobachtungen der Wendezeit notiert und seinen Begriff von Europa entwickelt, zum anderen auf die vergangene DDR-Epoche reflektiert. 

Die Sammlung des Goethe-Instituts Amsterdam umfasst 217 Tonkassetten mit Autorenlesungen, Vorträgen, Konferenzen und Performances. Sie wurde dem Deutschen Literaturarchiv Marbach vom Goethe-Institut in Amsterdam gestiftet. Die früheste Aufnahme stammt aus dem Jahr 1989, die späteste aus dem Jahr 2006.

[Die Lesung im Marbacher Online-Katalog findet sich hier.]

Personen auf dem Podium