„Der Geruch der Bücher“ en ander proza

14. Oktober 1998
Deutsches Literaturarchiv Marbach

Veranstaltungsort


Goethe-Institut Amsterdam

Lesung: Wolfgang Hilbig
Moderation: Alexander von Bormann
Sammlung „Goethe-Institut Amsterdam“: Tonkassette 14 

Programmtext

Wolfgang Hilbig wurde 1941 in Sachsen geboren und wuchs in der Bergarbeiterfamilie seines Großvaters auf. Er ist kein idealer DDR-Bürger, da er den sozialen Realismus negiert und wurde gezwungen, auch aufgrund seiner Publikationen, die die Autoritäten irritierte, die ehemalige DDR zu verlassen. Für sein Werk empfing er unter anderem den Ingeborg-Bachmann-Preis und den Berliner Literaturpreis.

[Übersetzung aus dem Niederländischen]

Weiterführende Informationen

Alexander von Bormann betont in seiner Einführung, dass Wolfgang Hilbigs Literatur oft zwar sehr konkret in Erfahrungen, persönlichen wie politischen, wurzele, nicht jedoch auf die Auseinandersetzung mit der politischen Umgebung und Biographie des Autors reduziert werden dürfe. Den hohen Ton der Hilbig'schen Sprache siedelt er zwischen Rimbaud, Hölderlin und Novalis an. Wolfgang Hilbig liest in seiner fast deklamatorischen, monotonen Manier die beiden von ihm so bezeichneten „Prosatexte“ „Der Nachmittag“ und „Der Geruch der Bücher“, wobei er Wert darauf legt, dass es sich bei diesen Texten nicht um Erzählungen handele. Das Gespräch zwischen Alexander von Bormann und Wolfgang Hilbig dreht sich dann um das Verhältnis zwischen autobiographischer Erfahrung und poetischer Verarbeitung.

Die Sammlung des Goethe-Instituts Amsterdam umfasst 217 Tonkassetten mit Autorenlesungen, Vorträge, Konferenzen und Performances. Sie wurde dem Deutschen Literaturarchiv Marbach vom Goethe-Institut in Amsterdam gestiftet. Die früheste Aufnahme stammt aus dem Jahr 1989, die späteste aus dem Jahr 2006.

[Die Lesung im Marbacher Online-Katalog findet sich hier.]

Personen auf dem Podium