Die Hochsee der Ilse Aichinger: Zwiesprachen-Spezial

02. November 2021
Stiftung Lyrik Kabinett

mit Yevgeniy Breyger, Marica Bodrožić und Ilma Rakusa
Moderation und Gespräch: Marie Luise Knott und Uljana Wolf

Programmtext

„Ihm und seinen sechs glänzenden Knöpfen verdanke ich sicher auch die frühe Neigung zur Seefahrt, zum Atlantik und anderen nördlichen Meeren“, schreibt Ilse Aichinger in einer Erinnerung an den dunkelblauen Matrosenmantel ihrer Schuluniform Ende der 30er Jahre.
Unter dem Titel „Die Hochsee der Ilse Aichinger. Ein unglaubwürdiger Reiseführer zum 100. Geburtstag“ eröffnet im Oktober 2021 im Literarischen Colloquium Berlin eine Ausstellung, die Exponate aus dem Nachlass der Autorin im DLA Marbach versammelt: Manu- und Typoskripte, Zettel und Objekte zeugen von Aichingers innerer Nähe zur Hochsee und rücken den Spielraum der Sprache und imaginierte Reisefreiheit in erschütternde Nähe zur drohenden Vernichtung durch die Nationalsozialisten. Begleitend zur Ausstellung erscheint in der Reihe Zwiesprachen des Lyrik Kabinetts im Wunderhorn Verlag ein Sonderband. Darin halten zehn zeitgenössische Dichterinnen und Dichter Zwiesprache mit ausgewählten Exponaten der Berliner Ausstellung, darunter Marcel Beyer, Esther Kinsky, Dagmara Kraus, Yōko Tawada und Peter Waterhouse. Durch die Buchpremiere führen die beiden Kuratorinnen der Berliner Ausstellung: die Dichterin, Übersetzerin und Essayistin Uljana Wolf und die Autorin, Übersetzerin und Kuratorin Marie Luise Knott. Die Beiträge werden vorgestellt von zwei Dichterinnen und einem Dichter, die das Lyrik Kabinett schon lange schätzt: Ilma Rakusa hielt u.a. 2016 eine Münchner Rede zur Poesie, Marica Bodrožić 2018 eine Zwiesprache mit Mechthild von Magdeburg, Yevgeniy Breyger begrüßten wir 2019 als frischgekürten Träger des Leonce-und-Lena-Preises.
[Marica Bodrožić war am Veranstaltungstag verhindert.]

Personen auf dem Podium