Adelheid Dahimène leest uit „Gar schöne Spiele“ en ander werk

08. Februar 1999
Deutsches Literaturarchiv Marbach

Veranstaltungsort


Goethe-Institut Amsterdam

Lesung: Adelheid Dahimène
Moderation: Elisabeth Wehrmann
Sammlung „Goethe-Institut Amsterdam“: Tonkassette 22

Programmtext

Vier Ich-Erzähler werden mit jeweils vier Zeitandeutungen, „Jemals“, „Damals“, „Niemals“ und „Abermals“, als symbolisches Startkapital von der Autorin auf den Weg geschickt, jeder in eine andere Windrichtung mit der Aufgabe, am Ende seiner Reise eine Geschichte über das zu erzählen, was er unterwegs erlebt hat. Unterbaut mit Spieltheorien und Erinnerungen an Kinderspiele macht auch dieser Roman (Wieser Verlag, Klagenfurt, 1998) wieder deutlich, wie die österreichische Autorin selbst eine Meisterin ihres eigenen Spiels ist, ihrem Spiel mit der Sprache und mit Wörtern. Sie experimentiert und jongliert mit der Sprache und zeigt all ihre Facetten, ihre Struktur und ihre Brüchigkeit –  ironisch, komisch, verwunderlich und vor allem verblüffend. Für ihre Jugendromane, wovon der aktuellste, Indie Underground, momentan verfilmt wird, erhielt Dahimène 1998 den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis. Für ihre Prosaliteratur und Essays bekam sie Stipendien und andere literarische Preise.

[Übersetzung aus dem Niederländischen]

Weiterführende Informationen

Zunächst liest Adelheid Dahimène aus ihrem Erstling „Meine Seele ist eine schneeweisse Windbäckerei“, einem assoziativen, eher lyrisch als erzählerisch funktionierenden Prosatext, der in der hier gelesenen Passage die Seele als poetischen Gegenstand in sein Zentrum stellt und immer wieder mit dem Baiser-Gebäck,  also der „Windbäckerei“ in metaphorische, teils auch ironische Beziehung setzt. Das anschließende Gespräch dreht sich um den lyrischen Stil in Adelheid Dahimènes Prosa, um ihre literarische Vorbilder und die philosophische Ausrichtung der Autorin, wobei sie Jean-François Lyotard und Jean Baudrillard als wichtige Bezugsgrößen nennt. Aus ihrem Buch „Gar schöne Spiele“ liest sie dann das Stück „Abermals“, in das der „Würfler“ geschickt wird, um aus dieser Zeitschicht, diesem Wort eine Geschichte zu gewinnen. 

Die Sammlung des Goethe-Instituts Amsterdam umfasst 217 Tonkassetten mit Autorenlesungen, Vorträge, Konferenzen und Performances. Sie wurde dem Deutschen Literaturarchiv Marbach vom Goethe-Institut in Amsterdam gestiftet. Die früheste Aufnahme stammt aus dem Jahr 1989, die späteste aus dem Jahr 2006.

[Die Lesung im Marbacher Online-Katalog findet sich hier.]

Personen auf dem Podium