Danksagen

Sammlung

3 Veranstaltungen Literarisches Colloquium Berlin

»Danksagen. Text als Beziehung« richtet den Blick auf diejenigen, die Autor·innen auf ihrem Weg begleitet, inspiriert oder unterstützt haben. Gemeinsam treten sie mit ihnen auf die Bühne und gestalten einen Abend.

Wer schreibt, schreibt nie allein. Hinter jedem Buch stehen Gespräche, Freundschaften, Lektüren, Zweifel, Ermutigungen und Menschen, die den Entstehungsprozess auf unterschiedliche Weise begleitet haben. Sichtbar werden diese Verbindungen meist nur in wenigen Zeilen am Ende eines Buches: in der Danksagung.

Das Projekt »Danksagen. Text als Beziehung« nimmt diesen oft überlesenen Paratext zum Ausgangspunkt und fragt nach den sozialen Bedingungen literarischen Schaffens. Die Autor·innenPaula Fürstenberg, Sharon Dodua Otoo und Hengameh Yaghoobifarah gründen jeweils ein eigenes Kollektiv und laden vier Personen ein, die mit einem ihrer Werke verbunden sind – etwa Lektorinnen, Freundinnen, Familienmitglieder oder Schreibkolleg·innen. Gemeinsam erkunden sie die Beziehungen, Einflüsse und Prozesse, die zur Entstehung eines Buches beigetragen haben.

Aus Gesprächen, Erinnerungen und gemeinsamen Arbeitssessions entstehen neue Texte, die die Geschichten hinter den Danksagungen erzählen. Diese werden anschließend in unterschiedlichen Formaten und auf mehreren Bühnen präsentiert und treten in einen Dialog mit den jeweiligen Büchern. So macht »Danksagen. Text als Beziehung« die oft unsichtbare kollektive Dimension des Schreibens erfahrbar und richtet den Blick auf jene Formen des Kritisierens, Ermutigens, Strukturierens und Unterstützens, ohne die Literatur nicht entstehen könnte.

Die Veranstaltungsreihe lädt dazu ein, das Buch nicht als Werk einer einzelnen Autorin oder eines einzelnen Autors zu betrachten, sondern als Ergebnis eines vielstimmigen Beziehungsgeflechts. Zugleich stellt sie die Frage, welche Bedeutung das Danken, das Geben und Nehmen und das gemeinsame Gestalten in einer Gegenwart haben, in der Kooperation und Vernetzung immer wichtiger werden.

Über Literarisches Colloquium Berlin

Das Literarische Colloquium Berlin (LCB) ist eine Institution mit internationaler Ausstrahlung, agierend u.a. als Veranstaltungsforum, Gästehaus und Talentschmiede für Autor·innen und Übersetzer·innen.

Sammlung mit 3 Veranstaltungen

Danksagen: Weltalltage

18. November 2025, 1:06h

Hörtipp #1

Paula Fürstenberg hat Christian Dittloff, Daniela Dröscher, Heike Geißler und Simone Lappert ins LCB eingeladen, um Ende September einige Tage lang intensiv über das Danken nachzudenken. Entstanden ist ein Text auf den Spuren der Dankbarkeit:

»Wir fragen: Wo fing das an und wann?

Wir fragen: Was hat uns irritiert und uns den Dank, die Dankbarkeit, das Danken ruiniert?

Wir fragen: Warum danken wir nie ungeniert?«

Danksagen: Adas Raum

22. Januar 2026, 1:45h

Hörtipp #2

Viele Bücher tragen eine Danksagung in sich, in der die Beziehungen sichtbar werden, die an ihrer Entstehung beteiligt waren, und doch bleibt meist verborgen, wie genau diese Menschen den Text geprägt haben. Sharon Dodua Otoo hat ihre beiden Söhne sowie ihre engen Wegbegleiter·innen Catherine Johnson und Hans Jürgen Balmes eingeladen, um gemeinsam mit ihnen über die Entstehung ihres Romans »Adas Raum« (S. Fischer, 2021) zu sprechen. Der Abend öffnet damit einen seltenen Blick hinter die Kulissen literarischer Produktion: auf familiäre, editorische und freundschaftliche Beziehungen, die in den Text eingegangen sind, ihn begleitet, korrigiert, getragen oder herausgefordert haben.

Danksagen: Schwindel

17. Februar 2026, 0:55h

Hörtipp #3

Yaghoobifarahs Debütroman »Ministerium der Träume« (Blumenbar, 2021) sorgte für großes Aufsehen, zwei Jahre später folgte der taz-Kolumnenband »Habibitus«. Heute Abend richtet sich der Blick jedoch auf den zweiten Roman »Schwindel« (Blumenbar, 2024) und auf die Beziehungsgeflechte, in die dieser Text eingeschrieben ist. Entstanden ist eine performative Lesung mit Hengameh Yaghoobifarah, Fatma Aydemir, Enrico Ippolito, Bär Kittelmann und der künstlerischen Klangarbeit von Neda Sanai.