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Tienchi Martin-Liao
Tienchi Martin-Liao, geboren in Nanking, studierte Englische Literatur in Taiwan. Sie kam in den 1970er Jahren nach Deutschland, wo sie zunächst am Institut für Asienkunde in Hamburg und als Dozentin für Chinesische Literatur an der Ruhr-Universität Bochum tätig war. Von 1991 bis 2001 leitete sie das Richard-Wilhelm-Übersetzungszentrum. 2001 ging Tienchi Martin-Liao in die USA und war dort Direktorin der Menschenrechtsorganisation Laogai Research Foundation. 2010 kehrte sie nach Deutschland zurück und lebt seither in Köln. Erstmals 2009 und erneut 2016 wurde sie zur Präsidentin des Unabhängigen Chinesischen PEN-Zentrums gewählt.
Saul Friedländer
Saul Friedländer wurde 1932 in Prag geboren. In Frankreich entging er dem deutschen Zugriff versteckt in einem katholischen Internat. Er promovierte mit einer Arbeit über Pius XII. und das Dritte Reich und lehrte Geschichte in Jerusalem, Tel Aviv und Los Angeles. Saul Friedländer gilt als einer der bedeutendsten Historiker der Gegenwart, der sich neben der Geschichte der Shoa („Das Dritte Reich und die Juden“) auch immer wieder mit ästhetischen Problemen auseinandersetzt. 2007 erhielt er den Friedenspreis des deutschen Buchhandels, 2008 den Pulitzer-Preis.
Joachim Seyppel
Joachim Seyppel, geboren 1919 bei Berlin, 1943 in Rostock promoviert, 1945 wegen "Wehrkraftzersetzung" zu neun Monaten Haft verurteilt, war ein deutscher Literaturwissenschaftler und Schriftsteller. Ab 1950 tätig als Hochschullehrer in Harvard, kehrte er 1961 nach West-Berlin zurück, um 1973 in die DDR überzusiedeln, aus der er nach dem Ausschluss aus dem DDR-Schriftstellerverband 1979 ausreisen durfte. In der Folge arbeitete er als Gastprofessor und Journalist in West-Deutschland. Seyppel veröffentlichte seit 1947 sowohl Romane und Erzählungen als auch Essays und Studien. Er starb 2012 in Wismar.
Birgit Vanderbeke
Birgit Vanderbeke wurde 1956 in Dahme in Brandenburg geboren und ist eine deutsche Schriftstellerin. Noch während ihrer Kindheit siedelte die Familie nach West-Deutschland über, wo sie in Frankfurt a.M. aufwuchs. Dort studierte sie Jura und Romanistik. Nach einem kurzen Aufenthalt in Berlin zog sie nach Südfrankreich, wo sie bis heute als freie Schriftstellerin lebt. Ihr Debüt "Muschelessen" gewann beim Ingeborg-Bachmann-Preis 1990, 1999 wurde sie mit dem Solothurner Literaturpreis ausgezeichnet.
Christina Weiss
Christina Weiss, geboren 1953 in St. Ingbert, ist eine deutsche Journalistin und Politikerin. Nach einem geisteswissenschaftlichen Studium an der Universität des Saarlandes arbeitete sie als Literatur- und Kunstkritikerin (u.a. für die Süddeutsche Zeitung, Die Zeit und den Deutschlandfunk). Von 1989 bis 1991 leitete sie das Literaturhaus Hamburg. Zehn Jahre lang (1991-2001) war Christina Weiss Kultursenatorin der Hansestadt Hamburg, von 2002 bis 2005 hatte sie das Amt der Staatsministerin für Kultur inne.
Adrianus Franciscus Theodorus van der Heijden
Adrianus Franciscus Theodorus van der Heijden wurde 1951 in Geldrop in den Niederlanden geboren und gilt als einer der sprachmächtigsten und bedeutendsten zeitgenössischen Autoren der Niederlande. Bekannt wurde van der Heijden besonders durch seinen siebenbändigen Romanzyklus "De tandeloze tijd", auf deutsch "Die zahnlose Zeit", während dessen Entstehung er sich zeitweise in eine Zelle des ehemaligen Amsterdamer Untersuchungsgefängnisses am Amstelveenseweg einmietete. Seine ersten literarischen Gehversuche unternahm er in den 70er Jahren noch unter dem Pseudonym Patrizio Canaponi, unter dem er noch den niederländischen Literaturpreis für das beste Erstlingswerk (Anton-Wachterprijs) für seinen Erzählband "Eine Gondel in der Herrengracht" erhielt.
Winfried Kretschmann
Winfried Kretschmann, geb. 1948 in Spaichingen, wuchs in einem liberalen, katholischen Elternhaus auf, in dem frei gedacht und gestritten wurde. Nach dem Abitur leistete Winfried Kretschmann seinen Grundwehrdienst ab und studierte anschließend an der Universität Hohenheim Biologie und Chemie für das Lehramt an Gymnasien. Nach dem zweiten Staatsexamen 1977 unterrichtete er als Lehrer. Seit Studententagen politisch aktiv gründete Kretschmann 1979 mit anderen die Grünen in Baden-Württemberg. Seit 1980 war er mit Unterbrechungen Landtagsabgeordneter. Im Jahr 2002 wurde Kretschmann zum Fraktionsvorsitzenden seiner Partei gewählt und blieb dies bis 2011. Seit Mai 2011 ist Winfried Kretschmann Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg. Er pflegt einen neuen Politikstil und hat sich zum Ziel gesetzt, das Land ökologisch und sozial zu erneuern. Winfried Kretschmann ist seit 1975 mit seiner Frau Gerlinde verheiratet. Gemeinsam haben sie drei erwachsene Kinder.
Nadiia Telenchuk
Nadiia Telenchuk ist eine in Cherson (Ukraine) geborene Dichterin, die heute in Berlin lebt und arbeitet. Sie ist eine aktive Mitwirkende der modernen Berliner Literaturszene und Mitglied des Nationalen Schriftstellerverbandes der Ukraine (2013). Sie ist in der ukrainischen Diaspora ehrenamtlich tätig und organisiert ukrainische Poesie-Abende „Літ.О!“. Nadiia hat die Ukraine im internationalen Kurzgeschichtenprojekt “The Crisis Inside” (Deutschland, 2014) sowie im Projekt “Les femmes (se) racontent: experiences dans les PECO / Women tell about their experiences in CEEC” (Frankreich – Rumänien, 2017) vertreten; sie war Leiterin der Jury und Kuratorin des Art Labs im Poesie- und Spoken-Word-Projekt “AntiBabylon” (Georgien/Armenien/Moldawien/Ukraine/Deutschland, 2022).
Sie hat vier Gedichtbände veröffentlicht: “Нова інтерпретація дощу” (“Die neue Interpretation des Regens”, 2011), “Щастя в обгортці” (“Eingewickeltes Glück”, 2012), “Ніжна” (“Sanft”, 2014), “Дихай” (“Atme”, 2019).
Horst Samson
Horst Samson wurde 1954 in der Bărăgansteppe geboren, wohin seine Familie deportiert worden war. Er arbeitete als Lehrer und Journalist, ist Herausgeber von Anthologien und übersetzt immer wieder aus dem Rumänischen (Ana Blandiana, Mircea Dinescu u.a.). Seit 1976 erschienen von ihm zwölf Gedichtbände. Als Kritiker des Ceaușescu-Regimes erhielt er 1985 Schreibverbot und wurde vom rumänischen Sicherheitsdienst mit Verhaftung und Mord bedroht. 1987 emigrierte er mit seiner Familie nach Deutschland und war 2006-14 Generalsekretär der Sektion deutschsprachige Länder des EXIL-PEN. 2018 widmete ihm der Pop-Verlag eine Monographie Heimat als Versuchung – Das nackte Leben, herausgegeben von Traian Pop, mit Beiträgen von Theo Breuer, Kurt Drawert, Franz Hodjak, Jan Kuhlbrodt u.v.a. Zuletzt erschien von ihm der Gedichtband In der Sprache brennt noch Licht (Ludwigsburg: Pop Verlag, 2021).
Charlotte Van den Broeck
Die flämische Lyrikerin Charlotte Van den Broeck wurde 1991 in Turnhout geboren. Sie studierte Literatur- und Sprachwissenschaft in Gent, woran sich ein Studium der Wortkunst am Konservatorium von Antwerpen anschloss. 2015 erschien ihre erste Gedichtsammlung »Kameleon« (Ü: Chamäleon), die 2016 den Herman-de-Coninck-Debütpreis gewann. 2016 eröffnete Van den Broeck zusammen mit Arnon Grunberg die Frankfurter Buchmesse mit dem Länderschwerpunkt Flandern/Niederlande.Van den Broecks Werke wurden u. a. ins Englische, Französische, Spanische und ins Afrikaans übersetzt. Sie nahm an zahlreichen Festivals teil, u. a. Saint Amour, Poesiefestival Berlin, Woordfees Stellenbosch, Ledbury Poetry Festival, und verfolgt auf der Bühne einen performativen, körperlichen Ansatz. Sie arbeitet als Redakteurin der literarischen Zeitschrift »DW B« und lehrt literarische Analyse und Essayistik am Konservatorium Antwerpen.