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Karl Heinz Bohrer

Karl Heinz Bohrer, geboren 1932 in Köln, studierte dort und in Göttingen Germanistik, Geschichte und Philosophie. 1961 wurde er in Heidelberg mit einer Arbeit zur romantischen Geschichtsprophetie promoviert. Von 1968 bis 1974 war er verantwortlicher Redakteur im Literaturteil der FAZ. Von 1982 bis 1997 hatte er in Bielefeld einen Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturgeschichte inne, parallel dazu wurde er Herausgeber des "Merkur". Zu seinen Schriften gehören "Die gefährdete Phantasie, oder Surrealismus und Terror" (1970), "Die Ästhetik des Schreckens" (1978) und "Plötzlichkeit" (1981). 2014 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Louis Begley

Louis Begley wurde 1933 in Stryi im damaligen Polen geboren. Er überlebte das Warschauer Ghetto und emigrierte 1947 mit seinen Eltern in die USA. Dort arbeitete er bis 2003 erfolgreich als Rechtsanwalt. 1991 debütierte er mit dem Roman Wartime Lies, dem zahlreiche weitere Romane folgten, darunter die populäre Trilogie um den pensionierten Rechtsanwalt Schmidt. Er wurde unter anderem mit dem PEN/Ernest Hemingway Foundation Award ausgezeichnet und erhielt 2008 die Ehrendoktorwürde der Universität Heidelberg. Louis Begley lebt in New York.

Sezer Duru

Sezer Duru ist eine türkische Übersetzerin und wurde 1942 in Istanbul geboren. Sie übertrug unter anderem Werke Thomas Bernhards, Hans Magnus Enzensbergers, Max Frischs und Bertolt Brechts ins Türkische, war für ARD und ZDF als politische Korrespondentin tätig, war lange Jahre Vorsitzende des türkischen PEN und begründete 1996 den International Writer and Translator Council „Waves of the Three Seas“ auf Rhodos. 2014 wurde ihr übersetzerisches Gesamtwerk mit dem Tarabya Übersetzerpreis ausgezeichnet.

Judith Rotem

Judith Rotem, geboren 1942 in Budapest, wurde als Kind 1944 für den "Kasztner-Transport" ausgewählt und verbrachte mehrere Monate in Bergen-Belsen, bevor sie in die Schweiz gelangte. Seit 1945 lebt sie im heutigen Israel. In ihrem literarischen Werk hat sie sich immer wieder kritisch mit der ultraorthodoxen Lebensweise auseinandergesetzt. Daneben schrieb sie als Ghost Writer die Autobiographien mehrerer Holocaust-Überlebender.

Ulrich von Bülow

Ulrich von Bülow, 1963 geboren, war nach dem Germanistik-Studium in Leipzig Lektor im Hinstorff Verlag Rostock. Er war ab 1992 wissenschaftlicher Mitarbeiter und ist seit 2006 Leiter der Abteilung Archiv im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Ulrich von Bülow ist zudem Autor von Aufsätzen und Monographien (u. a. über Franz Fühmann, Arthur Schnitzler, W. G. Sebald und Peter Handke) sowie Herausgeber von Texten (u. a. von Rainer Maria Rilke, Erich Kästner, Karl Löwith, Martin Heidegger, Joachim Ritter und Hans Blumenberg).

Christian Döring

Christian Döring, geboren 1954 in Berlin, studierte Philosophie in Heidelberg, Frankfurt und Berlin. Er war von 1987 bis 1997 Lektor des Suhrkamp Verlags und in der Folge bis 2006 Programmleiter "Literatur" beim DuMont Literatur und Kunst Verlag. Seit 2011 ist er Programmleiter der "Anderen Bibliothek", nachdem er seit 2009 bereits Michael Naumann und Klaus Harpprecht, die ehemaligen Herausgeber, inhaltlich beraten hatte. Christian Döring lebt und arbeitet als Lektor und Kritiker in Paris.

Margarete Mitscherlich

Margarete Mitscherlich, geboren 1917 in Gravenstein, studierte Medizin und Literatur in München und Heidelberg und wurde 1950 promoviert. 1967 publizierte sie zusammen mit ihrem Ehemann Alexander den Essayband "Die Unfähigkeit zu trauern", welcher eine Kontroverse um die Verdrägung der NS-Geschichte auslöste. In den Folgejahren veröffentlichte Mitscherlich zahlreiche psychoanalytische Sachbücher. 2001 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Sie starb 2012 in Frankfurt am Main.

Reinhard Lettau

Reinhard Lettau, geboren 1929 in Erfurt, studierte Deutsch, Philosophie und Literatur in Heidelberg und an der Harvard University. In den 1950er Jahren emigrierte er in die USA und wurde dort 1967 Professor für Deutsche Literatur an der University of California in San Diego. Im selben Jahr wurde er nach einer kritischen Rede über die Springer-Presse aus der Bundesrepublik ausgewiesen. 1962 hatte Lettau seinen ersten Erzählband "Schwierigkeiten beim Häuserbauen" veröffentlicht. 1979 wurde er mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet. Er starb 1996 in Karlsruhe.

Gunhild Kübler

Gunhild Kübler wurde 1944 in Karlsruhe geboren, ist Literaturkritikerin und -wissenschaftlerin, Autorin und Journalistin. Sie studierte Germanistik und Anglistik in Heidelberg, Berlin sowie Zürich. Sie war Literaturkritikerin bei der "Neuen Zürcher Zeitung" und Redakteurin bei der "Weltwoche". 2008 wurde die engagierte Geschlechterforscherin für ihre Übertragung der Gedichte von Emily Dickinson mit dem Paul-Scheerbart-Preis ausgezeichnet. Heute lebt Kübler bei Zürich als freie Journalistin.

Steffen Richter

Steffen Richter, geboren 1969 in Freiberg, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Germanistik an der TU Braunschweig. 2002 promovierte er an der Universität Essen zu postavantgardistischen  Ästhetiken in Frankreich, der BRD und Italien. Er arbeitete als Literaturkritiker unter anderem für die Neue Zürcher Zeitung und des Tagesspiegel. Von 2008 bis 2009 war Steffen Richter Koordinator des Masterstudiengangs „Angewandte Literaturwissenschaft“ an der FU Berlin. Zu seinen Forschungsinteressen zählen die Gegenwartsliteratur sowie der Literaturbetrieb und die Literaturkritik in unterschiedlichen Medien.

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