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Literaturhaus Stuttgart
Mit einer Rede von W.G. Sebald wurde das Literaturhaus im November 2001 eröffnet. Das denkmalgeschützte Gebäude mit historischem Pater-Noster und Atrium liegt gegenüber der Liederhalle und ist Teil des neu gestalteten Bosch-Areals.
Ob Orhan Pamuk, Sibylle Lewitscharoff oder (der norwegische Experimentalkünstler) Terje Dragseth, ob 1800 Besucher, 180 oder 18, ob Architektur oder Zeichentrickfilm, ob Tagungen zur Literatur Afrikas oder Nachtgespräche mit Hanns-Josef Ortheil – das Literaturhaus Stuttgart hat sich zu einem lebendigen Treffpunkt der Stadt entwickelt.
Sir Peter Ustinov
Sir Peter Ustinov wurde als Peter Alexander Baron von Ustinov 1921 in London geboren. Er wuchs mehrsprachig auf und war zeitlebens bekennender Kosmopolit. Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler, für die er zweimal mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, führte Sir Peter Regie am Theater, an der Oper und im Film, veröffentlichte zahlreiche Texte, Bücher und Theaterstücke und engagierte sich sozial und politisch. Er starb 2004 in der Schweiz.
Gerhard Storz
Gerhard Storz wurde 1898 geboren. Nach Stationen als Schauspielleiter in u. a. Stuttgart, Mannheim und Dortmund war er ab 1937 Studienrat in Schwäbisch Hall. Von 1958 bis 1964 war er Kultusminister des Landes Baden-Württemberg. Anschließend erhielt er eine Honorarprofessur an der Universität Tübingen für Deutsche Philologie. Parallel zu seiner institutionellen Karriere betätigte sich Storz seit den 30er Jahren als Schriftsteller und Essayist. Er starb 1983 in Stuttgart, sein Sohn war der Filmemacher Oliver Storz.
Alfred Gulden
Alfred Gulden, geboren 1944 in Saarlouis, studierte Sprechwissenschaft, Theaterwissenschaft und Germanistik in Saarbrücken und München. In den 1970er Jahren veröffentlichte er zunächst Gedichte im saarländischen Dialekt. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit ist er vor allem als Lieder- und Filmemacher tätig. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1989 den Kranichsteiner Literaturpreis.
May Ayim
1960 in Hamburg geboren, war eine deutsche Lyrikerin und Aktivistin, Diplom Pädagogin und Logopädin. Sie gilt als eine der bedeutendsten Stimmen der Schwarzen deutschen Literatur und Bewegung, und als frühe Vertreterin des deutschsprachigen Spoken Word. Zu Lebzeiten veröffentlichte sie den Gedichtband "blues in schwarz weiss" (1995) und war an verschiedenen wissenschaftlichen Publikationen als Autorin und Herausgeberin beteiligt, darunter das Schlüsselwerk "Farbe bekennen. Afro-deutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte" (1986). Posthum erschienen der Gedichtband "nachtgesang" und die Essays "grenzenlos" und "unverschämt", sowie u.a. der Dokumentarfilm "Hoffnung im Herz: Mündliche Poesie May Ayim" (1997). Der Nachlass befindet sich im Archiv der Freien Universität Berlin. May Ayim starb 1996 in Berlin.
Maren Eggert
Gebürtige Hamburgerin Maren Eggert ist eine vielfach ausgezeichnete Schauspielerin, die gleichermaßen im Theater, im Kino und im Fernsehen Maßstäbe setzt. Internationale Bekanntheit erlangte sie mit der Hauptrolle in Maria Schraders Ich bin dein Mensch (2021), für die sie mit dem Silbernen Bären der Berlinale und einer Goldenen Lola ausgezeichnet wurde. Nach ihrer Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule war sie Ensemblemitglied am Schauspielhaus Bochum, am Hamburger Thalia Theater und ist seit 2009 fest am Deutschen Theater Berlin engagiert, wo sie mit zahlreichen renommierten Regisseur:innen zusammenarbeitet. Parallel dazu prägte sie mit markanten Rollen das deutsche Kino und Fernsehen, unter anderem im Tatort sowie in Filmen von Angela Schanelec.
Michel Faber
Michel Faber wurde 1960 in Den Haag geboren. Als er sieben Jahre alt war, zog er mit seinen Eltern nach Australien, wo er am Rand von Melbourne aufwuchs. Nach der Schulzeit studierte er bis 1980 an der University of Melbourne Niederländisch, Philosophie, Rhetorik und Englisch. 1993 wanderte er nach Schottland aus und lebte fortan nahe der Stadt Inverness. 1998 debütierte Faber mit dem Kurzgeschichtenband »Some Rain Must Fall« (Ü: Regen muss fallen). Für sein Werk wurde Faber mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter dem Neil Gunn Prize, dem Macallan Prize und dem Saltire First Book of the Year Award. Seine Werke »Under the Skin« und »The Crimson Petal and the White« wurden verfilmt.
Meike Schlüter
Meike Schlüter, geboren 1971 in Bielefeld, ist eine deutsche Schauspielerin. Bühnenerfahrung sammelte sie zunächst in der Spielzeit 1996/97 am Badischen Staatstheater, Karlsruhe, und anschließend bis 2000 an den Bühnen der Landeshauptstadt Kiel. Weitere Stationen waren das Altonaer Theater in Hamburg und die Berliner Sophiensaele. Während dieser Zeit stand sie für die zwei Kinofilme “Einer meiner ältesten Freunde” (1994) und “Nach Fünf im Urwald” (1995) vor der Kamera. Es folgte die Rolle der Nachtschwester in der preisgekrönten Komödie “Aus der Tiefe des Raumes – …mitten ins Netz!” (2004). Neben Sprechertätigkeiten für verschiedene Radiosender und zahlreichen Lesungen arbeitet sie seit 2008 als Lektorin für den Verlag Matthes & Seitz Berlin.
Damir Imamović
Damir Imamović, 1978 in Sarajevo geboren, interessiert sich seit seiner Kindheit für Musik, studierte allerdings zunächst Philosophie und arbeitete gemeinsam mit Farah Tahirbegović an einem Buch über das traditionelle „sevdha“-Genre, bevor er professioneller Musiker wurde. Er spielt solo, gemeinsam mit dem Damir Imamović Trio oder dem Damir Imamović’s Sevdah Takht. 2009 gründete er „SevdahLab“, ein mobiles, interaktives Sevdah-Labor, in dem er die Geschichte und Ästhetik dieser traditionellen Kunst erforscht. Imamović schreibt Musik für Theater und Film und wurde 2015 mit dem „Grgo Martić“ Preis für die Förderung der Bosnischen Musik ausgezeichnet.
Friedrich Kittler
Friedrich Kittler wurde 1943 in Rochlitz geboren. Er studierte Germanistik, Romanistik und Philosophie in Freiburg. Nach seiner Promotion über C. F. Meyer verfasste er mit "Aufschreibesysteme 1800/1900" 1985 eines der einflussreichsten literatur- und medienwissenschaftlichen Werke der letzten Jahrzehnte. In der Folge wandte er sich immer stärker der Mediengeschichte und ihren technischen Aspekten zu (z. B. mit "Grammophon, Film, Typewriter" 1986). In seiner letzten Schaffensphase widmete sich Kittler verstärkt der griechischen Antike. Heute gilt Kittler als einer der wichtigsten Medienhistoriker und -theoretiker. Er starb am 18. Oktober 2011.