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Paul Celan
Paul Celan wurde 1920 in Czernowitz als Paul Antschel geboren. Seine Eltern wurden 1942 deportiert und starben im selben Jahr. Celan durchlief von 1942 bis 1944 verschiedene Arbeitslager. 1948 debütierte er mit dem Band „Der Sand aus den Urnen“, 1960 wurde ihm der Büchner-Preis verliehen. Paul Celan nahm sich vermutlich am 20.04.1970 in Paris das Leben. Heute gilt sein Werk als eines der bedeutendsten der Literatur des 20. Jahrhunderts.
Mansoureh Shojaee
Mansoureh Shojaee, 1958 in Teheran geboren, gehört zu den führenden Köpfen der iranischen Frauenrechtsbewegung. Sie war Bibliothekarin in der Nationalbibliothek Teheran und arbeitete als Journalistin, freie Schriftstellerin und literarische Übersetzerin aus dem Französischen. Wegen ihres politischen Engagements wurde sie mehrfach verhaftet, bis sie schließlich ins Exil ging und dort ihre Arbeit als Frauenrechtsaktivistin, Autorin und Journalistin fortsetzte. Von Januar 2011 bis September 2013 war sie Stipendiatin im Writers-in-Exile-Programm des PEN-Zentrums Deutschland.
Henning Ritter
Henning Ritter, 1943 in Seiffersdorf in Schlesien geboren, studierte Philosophie, Kunstgeschichte und Klassische Philologie. Ab den 1970er Jahren war er als Verlagsmitarbeiter, freier Autor und Übersetzer (u. a. Jean-Jacques Rousseau) tätig. Er war u. a. Mitherausgeber der Reihe „Hanser Anthropologie“. Von 1985 bis 2008 war Henning Ritter bei der FAZ als Redakteur für die Rubrik „Geisteswissenschaften“ verantwortlich. 2005 erhielt er den Ludwig-Börne-Preis. Er starb 2013 in Berlin.
Zsuzsanna Gahse
Zsuzsanna Gahse, 1946 in Budapest geboren, flüchtete 1956 mit ihren Eltern aus Ungarn. Sie verlebte ihre Gymnasialzeit in Wien und Kassel und veröffentlichte ab 1969 literarische Arbeiten. Zsuzsanna Gahse lebt heute als Schriftstellerin und Übersetzerin aus dem Ungarischen (u. a. Péter Esterházy, Miklós Mészöly, Péter Nádas, Zsuzsa Rakovszky) in der Schweiz. Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt sie 2006 den Adelbert-von-Chamisso-Preis.
Saul Friedländer
Saul Friedländer wurde 1932 in Prag geboren. In Frankreich entging er dem deutschen Zugriff versteckt in einem katholischen Internat. Er promovierte mit einer Arbeit über Pius XII. und das Dritte Reich und lehrte Geschichte in Jerusalem, Tel Aviv und Los Angeles. Saul Friedländer gilt als einer der bedeutendsten Historiker der Gegenwart, der sich neben der Geschichte der Shoa („Das Dritte Reich und die Juden“) auch immer wieder mit ästhetischen Problemen auseinandersetzt. 2007 erhielt er den Friedenspreis des deutschen Buchhandels, 2008 den Pulitzer-Preis.
Ulrich von Bülow
Ulrich von Bülow, 1963 geboren, war nach dem Germanistik-Studium in Leipzig Lektor im Hinstorff Verlag Rostock. Er war ab 1992 wissenschaftlicher Mitarbeiter und ist seit 2006 Leiter der Abteilung Archiv im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Ulrich von Bülow ist zudem Autor von Aufsätzen und Monographien (u. a. über Franz Fühmann, Arthur Schnitzler, W. G. Sebald und Peter Handke) sowie Herausgeber von Texten (u. a. von Rainer Maria Rilke, Erich Kästner, Karl Löwith, Martin Heidegger, Joachim Ritter und Hans Blumenberg).
Steffen Richter
Steffen Richter, geboren 1969 in Freiberg, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Germanistik an der TU Braunschweig. 2002 promovierte er an der Universität Essen zu postavantgardistischen Ästhetiken in Frankreich, der BRD und Italien. Er arbeitete als Literaturkritiker unter anderem für die Neue Zürcher Zeitung und des Tagesspiegel. Von 2008 bis 2009 war Steffen Richter Koordinator des Masterstudiengangs „Angewandte Literaturwissenschaft“ an der FU Berlin. Zu seinen Forschungsinteressen zählen die Gegenwartsliteratur sowie der Literaturbetrieb und die Literaturkritik in unterschiedlichen Medien.
Klaus Schöffling
Klaus Schöffling wurde in Frankfurt geboren und begann seine Karriere als Mitarbeiter beim Suhrkamp Verlag. 1987 gründete er mit seiner Frau Ida die Frankfurter Verlagsanstalt, für die er namhafte Autoren wie Eva Demski, Reinhard Kaiser, Burkhard Spinnen, Ror Wolf und Sylvia Plath gewann. Nachdem er 1992 aus dem Verlag gedrängt wurde, gründete er 1994 auf Drängen solidarischer Autoren wieder mit seiner Frau den Verlag Schöffling & Co., der sich seither unter dem Slogan "Im Mittelpunkt die Autoren" der deutschsprachigen, gegenwärtigen Literatur widmet.
Neda Sanai
Neda Sanai, auch bekannt als DJ Nedalot, ist Künstler*in mit über 15 Jahren Erfahrung im Bereich Sound Design, Komposition und Performance. Mit einem Hintergrund, der tief in der Erforschung von Klängen verwurzelt ist, hat Sanai einen künstlerischen Stil entwickelt, der eine kollektive Denkweise mit den Prinzipien der Queer Theory verbindet und konventionelle Grenzen sowohl in der Musik als auch im Raumdesign in Frage stellt.
Die Arbeiten von Neda Sanai wurden international in renommierten Ausstellungen, Institutionen und auf Festivals präsentiert, darunter die Berlin Biennale 11, Impulse Tanz Theater Festival, HAU Hebbel am Ufer, Kunst Werke, NGBK, Riga Biennale, Volksbühne Berlin, Sophiensaele, Dokumenta Athen, Schinkel Pavillon, Venedig Biennale, Southbank Center in London und Cullberg Theater in Schweden.
Till Greite
Till Greite ist British Academy Postdoctoral Fellow an der School of Advanced Study, University of London und Member of Academic Staff am dortigen Institute of Languages, Cultures and Societies. Er forscht im Rahmen des Postdoc-Vorhabens »The Legacy of Exile: 20th-Century Literature in the ›Age of Dispersion‹« zum deutsch-jüdischen Exil in UK. Er war zuvor wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Deutsche Literatur der Humboldt-Universität zu Berlin und promovierte dort 2022. Weitere Visiting Fellowships an der Princeton University, University College Dublin sowie am DLA Marbach.