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Eva von Redecker
Eva von Redecker, geboren 1982, ist Philosophin und freie Autorin. Von 2009 bis 2019 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt-Universität und als Gastwissenschaftlerin an der Cambridge University sowie der New School for Social Research in New York tätig. 2020/2021 hatte sie ein Marie-Skłodowska-Curie-Stipendiatium an der Universität von Verona inne, wo sie zur Geschichte des Eigentums forschte. Eva von Redecker beschäftigt sich mit Kritischer Theorie, Feminismus und Kapitalismuskritik, schreibt Beiträge für u.a. »Die ZEIT« und ist regelmäßig in Rundfunk- und TV-Interviews zu hören. Seit Herbst 2022 richtet sie am Schauspiel Köln die philosophische Gesprächsreihe »Eva and the Apple« aus. Bei S. FISCHER erschien zuletzt ihr Buch »Revolution für das Leben. Philosophie der neuen Protestformen« (2020) sowie ein Vorwort zur Jubiläumsausgabe der »Dialektik der Aufklärung«. Aufgewachsen auf einem Biohof, lebt sie heute im ländlichen Brandenburg.
Ina Hartwig
Ina Hartwig, geb. 1963 in Hamburg, studierte Romanistik und Germanistik in Avignon und Berlin. Nach vielen Jahren als verantwortliche Literaturredakteurin der „Frankfurter Rundschau“ (1997-2009) und Herausgeberin des „Kursbuch“ (2002-2005) war sie freischaffende Autorin, Kritikerin und Moderatorin. Sie hatte Gastprofessuren in St. Louis (USA), Göttingen und Leipzig inne, und schrieb u.a. für die „Die Zeit“ und die „Süddeutsche Zeitung“. 2011 wurde sie mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik ausgezeichnet. Im S. Fischer Verlag erschien ihre Essaysammlung „Das Geheimfach ist offen. Über Literatur“ (2012). Für den Film „Die Geträumten“ (Österreich 2016) verfasste sie zusammen mit der Regisseurin Ruth Beckermann das Drehbuch. Im akademischen Jahr 2015/16 war sie Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Seit Juli 2016 ist sie Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main.
Ralf Schnell
Ralf Schnell, geb. 1943 in Oldenburg (Oldb.), war von 1981 bis 1987 Professor für Neuere Deutsche Literaturgeschichte an der Universität Hannover. Von 1988 bis 1991 lehrte er als Lektor des DAAD und von 1991 bis 1997 als Ordentlicher Professor für Deutsche Gegenwartsliteratur an der Keio-Universität in Tokyo. Von 1997 bis 2006 war er Inhaber des Lehrstuhls für Germanistik/Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Siegen und dort von 2006 bis 2009 Rektor. Seit 2010 lebt er als wissenschaftlicher Autor in Berlin. – Er war Mitherausgeber der «Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik» (1999-2010), Sprecher des Kulturwissenschaftlichen DFG-Forschungskollegs 615 «Medienumbrüche. Medienkulturen und Medienästhetik zu Beginn des 20. Jahrhunderts und im Übergang zum 21. Jahrhundert» (2002-2006) sowie Mitherausgeber und Sprecher des Herausgebergremiums der Kölner Ausgabe der Werke Heinrich Bölls (27 Bde.). Gastprofessuren in den Niederlanden, Ägypten, Thailand, Laos, Vietman und China.
Colm Tóibín
Colm Tóibín, 1955 in Enniscorthy geboren, ist einer der wichtigsten irischen Autoren der Gegenwart. Bereits sein erster Roman "Der Süden" (1994) wurde von der Kritik enthusiastisch gefeiert. Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem IMPAC-Preis und dem David Cohen Prize for Literature. Bei Hanser erschienen der Henry-James-Roman "Porträt des Meisters in mittleren Jahren" (2005), "Mütter und Söhne" (Erzählungen, 2009), "Brooklyn" (Roman, 2010), "Marias Testament" (Roman, 2014), "Liebe und Tod" (Hanser-Box, 2014), "Nora Webster" (Roman, 2016), "Haus der Namen" (Roman, 2020), "Der Zauberer" (Roman, 2021), für den er den Rathbones Folio Prize 2022 erhielt, und zuletzt "Long Island" (Roman, 2024). Er wurde für 2022–2024 zum Laureate for Irish Fiction ernannt.
Jaroslav Rudiš
Jaroslav Rudiš, geboren 1972, ist Schriftsteller, Drehbuchautor und Dramatiker. Er studierte Deutsch und Geschichte in Liberec, Zürich und Berlin und arbeitete u.a. als Lehrer und Journalist. Im Luchterhand Literaturverlag erschienen seine aus dem Tschechischen übersetzten Romane „Grand Hotel“, „Die Stille in Prag“, „Vom Ende des Punks in Helsinki“ und „Nationalstraße“, bei btb außerdem „Der Himmel unter Berlin“. „Winterbergs letzte Reise“, der erste Roman, den Jaroslav Rudiš auf Deutsch geschrieben hat, ist 2019 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. 2012 erschien bei Voland & Quist seine Graphic Novel „Alois Nebel“ auf Deutsch, illustriert von Jaromír 99. 2012/13 hatte Jaroslav Rudiš die Siegfried-Unseld-Gastprofessur an der Humboldt-Universität zu Berlin inne. 2014 erhielt Jaroslav Rudiš für sein Werk den Usedomer Literaturpreis, 2018 wurde er mit dem Preis der Literaturhäuser ausgezeichnet. Seine Romane „Grand Hotel“ und „Nationalstraße“ sowie „Alois Nebel“ wurden verfilmt.
ko ko thett
Der Lyriker ko ko thett wurde 1972 in Rangun (Yangon), der größten Stadt Myanmars, geboren. 1995, während seines Ingenieurstudiums am Yangon Institute of Technology (YIT), begann seine Karriere als Autor mit der Herausgabe der Samisdat-Gedichtsammlungen »The Rugged Gold« und »The Funeral of the Rugged Gold« auf Burmesisch. Nach einer 137-tägigen Inhaftierung wegen der Beteiligung an den Studentenunruhen im Dezember 1996 verließ er Myanmar im Sommer 1997. Er ging nach Singapur und später nach Bangkok, wo er drei Jahre für die Jesuitische Flüchtlingshilfe arbeitete. . Ende 2015 kehrte thett in seine Heimatstadt Rangun zurück, 2016 nahm er am International Writing Program an der University of Iowa teil.
Nana Oforiatta Ayim
Nana Oforiatta Ayim ist Autorin, Filmemacherin und Kunsthistorikerin. Sie ist in Düsseldorf geboren und aufgewachsen. Ihr Großvater ist König der ghanaischen Region Akyem Abuakwa. Sie studierte Afrikanische Kunstgeschichte und Politikwissenschaften, arbeitete für die UN in New York und ist heute weltweit vor allem als Kunstvermittlerin und Kuratorin tätig. Als Gründerin des ANO Institute of Arts and Knowledge hat sie Projekte wie »Das mobile Museum« sowie die erste Enzyklopädie der afrikanischen Kultur angestoßen. Diese ist als Open-Source Archiv-Plattform angelegt, die afrikanische Kunstwerke aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft versammeln möchte, um eine neuartige Wahrnehmung afrikanischer Kunst und ein anderes Verständnis für den Kontinent voranzutreiben. Es ist somit das erste panafrikanische (virtuelle) Kunstmuseum. Nana Oforiatta Ayim kuratiert weltweit Ausstellungen und hält Vorträge über kulturelle Narrative. 2019 verantwortete sie den ersten ghanaischen Pavillon auf der Biennale von Venedig.
Stefan Zweifel
Stefan Zweifel wurde 1967 in Zürich, Schweiz, geboren. Nach einem Studium der Philosophie, Komparatistik und Ägyptologie an der dortigen Universität schrieb er seine Doktorarbeit über Donatien Alphonse François de Sade, Georg Wilhelm Friedrich Hegel und den französischen Arzt und Philosophen Julien Offray de La Mettrie. Texte von ihm über Theater, Musik, Literatur und Tanz erscheinen u.a. in der »Neuen Zürcher Zeitung«, der »Weltwoche« und in der Zeitschrift »Literaturen«. Von 2007 bis Mai 2014 war Zweifel Teilnehmer der Sendung »Literaturclub« im Schweizer Fernsehen, die auch auf 3sat ausgestrahlt wurde. 2012 übernahm er schließlich die Moderation der Sendung von der Journalistin Iris Radisch. Als Übersetzer brachte Zweifel u.a. Jean-Jacques Rousseaus »Träumereien eines einsam Schweifenden« (2012) sowie Raymond Roussels Werk »Locus Solus« (2012) und »Moravagine: Monsterroman« von Blaise Cendrars (2014) aus dem Französischen ins Deutsche. 2009 erhielt er den Berliner Preis für Literaturkritik, 2011 den Zuger Übersetzerpreis. Der Autor lebt in Zürich.
Chimamanda Ngozi Adichie
Chimamanda Ngozi Adichie wurde 1977 in Enugu, Nigeria, als Tochter eines Mathematikprofessors und einer Verwaltungsangestellten an der Universität geboren und wuchs in der Universitätsstadt Nsukka auf. Sie studierte zunächst anderthalb Jahre Medizin und Pharmazie in Nigeria und zog dann in die USA, wo sie 2001 an der Drexel University in Philadelphia ihr Studium der Kommunikations- und Politikwissenschaften abschloss, einen Kurs in Kreativem Schreiben an der Johns Hopkins University absolvierte, Hodder Fellow an der Princeton und Radcliffe Fellow an der Harvard University war und 2008 an der Yale University einen Masterstudiengang in Afrikanistik abschloss.
Adichies presigekrönten Romane wurden in 37 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. Sie erhielt an verschiedenen US-amerikanischen Universitäten die Ehrendoktorwürde, wurde 2017 von der American Academy of Arts and Letters als Ehrenmitglied aufgenommen und in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Die Autorin lebt in Nigeria, wo sie Kreatives Schreiben unterrichtet, sowie in den USA.
Olga Tokarczuk
OLGA TOKARCZUK, 1962 im polnischen Sulechów geboren, studierte Psychologie in Warschau und lebt heute in Breslau. Sie zählt zu den bedeutendsten europäischen Autorinnen der Gegenwart. Ihr Werk (bislang neun Romane und drei Erzählbände) wurde in 37 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Für »Die Jakobsbücher«, in Polen ein Bestseller, wurde sie 2015 (zum zweiten Mal in ihrer Laufbahn) mit dem wichtigsten polnischen Literaturpreis, dem Nike-Preis, ausgezeichnet und 2018 mit dem Jan-Michalski-Literaturpreis. Im selben Jahr gewann sie außerdem den Man Booker International Prize für »Unrast« (im Frühjahr 2019 im Kampa Verlag erschienen), für den sie auch 2019 wieder nominiert war: Ihr Roman »Der Gesang der Fledermäuse« (im Kampa Verlag in Vorbereitung, wie alle ihre älteren Bücher) stand auf der Shortlist. 2019 erhielt sie rückwirkend für 2018 den Nobelpreis für Literatur, der 2018 nicht vergeben worden war.