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Stefan Heym

Stefan Heym, geboren 1913 in Chemnitz, musste Deutschland 1933 verlassen und studierte ab 1935 in den USA. In den Folgejahren veröffentlichte er literarische Werke in englischer Sprache. Ab 1953 lebte Heym in der DDR. Aufgrund eines Veröffentlichungsverbotes erschienen ab 1965 die meisten seiner Werke zuerst in der Bundesrepublik. Sein Roman "Fünf Tage im Juni" (1974) behandelt den Volksaufstand 1953 in der DDR. In den 1980er Jahren unterstützte Stefan Heym die Bürgerrechtsbewegung, auch nach der Wende war er politisch aktiv. Er starb 2001 in En Bokek (Israel).

Mitja Vachedin

Mitja Vachedin wurde 1982 im damaligen Leningrad geboren. Nach einer Ausbildung zum Bierbrauer ging er nach Deutschland, wo er Politikwissenschaft, Slawistik und Drehbuchschreiben studierte. Mitja Vachedin arbeitet als Redakteur bei der Deutschen Welle in Bonn und schreibt Prosa, Gedichte und Drehbücher auf Russisch und Deutsch. 2007 wurde er mit dem russischen Literaturpreis Debüt ausgezeichnet und 2012 mit der Russischen Prämie, dem bedeutendsten Literaturpreis der Russischen Föderation für Autoren, die im Ausland auf Russisch schreiben. 2017 erschien sein erster auf Deutsch geschriebener Roman „Engel sprechen Russisch“.

Franz Innerhofer

Franz Innerhofer wurde 1944 geboren. Nach der Lehre in einer Schmiede und Tätigkeit als Fabrikarbeiter besuchte er ein Gymnasium für Berufstätige, erwarb die Hochschulreife und begann, Germanistik und Anglistik in Salzburg zu studieren. Sein literarisches Debüt mit dem autobiographischen Roman „Schöne Tage“ wurde von der Kritik gefeiert, die nachfolgenden Veröffentlichungen immer stärker abgelehnt. Franz Innerhofer zog sich aus dem Literaturbetrieb zurück. Er nahm sich 2002 in Graz das Leben.

Yaa Gyasi

Yaa Gyasi, 1989 in Ghana geboren und in Huntsville, Alabama aufgewachsen, studierte Englische Literatur in Stanford und hat einen Abschluss des Iowa Writers’ Workshop. Ihr Debütroman "Homegoing" (dt. "Heimkehren") erhielt die Auszeichnung "5 under 35" der National Book Foundation und wurde mit dem PEN/Hemingway Award for Debut Fiction ausgezeichnet. Ihre Kurzgeschichten erschienen in der African American Review, Guernica, Callaloo und Granta. Die Autorin lebt in Berkeley, Kalifornien.

Jurek Becker

Jurek Becker wurde vermutlich am 30. September 1937 in Lodz geboren. Er überlebte die Konzentrationslager Ravensbrück und Sachsenhausen. Während seine Mutter 1945 umkam, traf er seinen Vater als Auschwitz-Überlebenden wieder und zog mit ihm nach Ost-Berlin. Von 1957-1960 studierte er an der Humboldt-Universität Philosophie, bis er diese aus politischen Gründen verlassen musste. 1969 erschien sein bedeutendster Roman "Jakob der Lügner", nachdem der Text als Drehbuch von der DEFA, bei der Becker seit 1962 beschäftigt war, abgelehnt worden war. Er starb am 14. März 1997 in seinem Landhaus in Sieseby.

Peter O. Chotjewitz

Peter O. Chotjewitz, 1934 in Berlin geboren, war Autor und Jurist. In den 70ern war er einer breiten Öffentlichkeit bekannt als Anwalt von Andreas Baader. Heute ist sein literarisches Werk beinah in Vergessenheit geraten, gleichwohl in den letzten Jahren der Berliner Verbrecher Verlag beispielsweise den Roman "Saumlos" aus dem Jahre 1979 wieder neu verlegte. Chotjewitz übersetzte ferner den italienischen Dramatiker Dario Fo ins Deutsche. Der Autor verstarb am 15. Dezember 2010 in Stuttgart.

Harry Mulisch

Harry Mulisch, 1927 in Haarlem geboren, schrieb zahlreiche Romane, Essays, Gedichte und Erzählungen und gilt als einer der bedeutendsten niederländischen Schriftsteller. Für sein Werk wurde er mit unzähligen Preisen ausgezeichnet, u.a. 1995 mit dem Preis der niederländischen Literatur, 2001 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse sowie zuletzt 2009 mit dem Goldenes-Zeitalter-Preis. Er starb am 30. Oktober 2010 in Amsterdam.

Péter Esterházy

Mit Erscheinen seines Romans „Harmonia Ceaelestis“ wurde Péter Esterházy  – 1950 geboren - von der Literaturkritik in den Rang eines bedeutenden zeitgenössischen europäischen Autors gehoben. Ähnlich wie bei anderen ungarischen Schriftstellern wie Imre Kertész oder Péter Nádas thematisiert Esterházy den Totalitarismus in Osteuropa in seinen Werken – und zeigt dessen verheerende Wirkungen auf Familie und Gesellschaft. Péter Esterházy starb am 14. Juli 2016 in Budapest.

Susan Hawthorne

Susan Hawthorne, geboren 1951, studierte Altgriechisch und Sanskrit, Philosophie, Women's Studies und Politikwissenschaften in Melbourne, Australien. Zusammen mit Renate Klein gründete sie 1991 den feministischen Buchverlag Spinifex Press. Sie hat zahlreiche Lyrikbände, Romane und mehrere Sachbücher veröffentlicht, darunter 2014 "Bibliodiversity" (dt. 2017 als "Bibliodiversität"), ein "Manifest für unabhängiges Publizieren."

Karl Heinz Bohrer

Karl Heinz Bohrer, geboren 1932 in Köln, studierte dort und in Göttingen Germanistik, Geschichte und Philosophie. 1961 wurde er in Heidelberg mit einer Arbeit zur romantischen Geschichtsprophetie promoviert. Von 1968 bis 1974 war er verantwortlicher Redakteur im Literaturteil der FAZ. Von 1982 bis 1997 hatte er in Bielefeld einen Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturgeschichte inne, parallel dazu wurde er Herausgeber des "Merkur". Zu seinen Schriften gehören "Die gefährdete Phantasie, oder Surrealismus und Terror" (1970), "Die Ästhetik des Schreckens" (1978) und "Plötzlichkeit" (1981). 2014 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

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