Perfektion und Psyche
07. Mai 2026
Literarisches Colloquium Berlin
Literatur und Wissenschaft im LCB
Mit Helene Bukowski und Wolfgang Lessing
Moderation: Miriam Zeh
Laufzeit: 1:33h
Programmtext
In den Spezialschulen der DDR hatte Kindheit einen Stundenplan – und Begabung eine Zielvorgabe. Kaum ein System hat musikalisches Talent so früh und so konsequent an Leistung gebunden. In ihrem Roman »Wer möchte nicht im Leben bleiben« (Claassen, 2026) zeigt Helene Bukowski, welchen Preis die junge Pianistin Christina dafür zahlt. Sie besucht die Spezialschule für Musik in Ost-Berlin, studiert am Tschaikowski-Konservatorium in Moskau und nimmt sich kurz darauf, mit 24 Jahren, das Leben.
Während sich Bukowski hochempathisch, selbstreflexiv und mit künstlerischen Mitteln einem Einzelschicksal nähert, hat der Musikpädagoge Wolfgang Lessing (Hochschule für Musik Freiburg) den ›Erfahrungsraum Spezialschule‹ sozialwissenschaftlich rekonstruiert. Beide sprechen mit Miriam Zeh über einen Alltag aus Bewertung, Vergleich und Wettbewerb, über die Schönheit der Musik und Psyche unterm Perfektionsdiktat.







