Anne Dorn: Geschichten aus tausendundzwei Jahren

28. April 1997
Deutsches Literaturarchiv Marbach

Veranstaltungsort


Goethe-Institut Amsterdam

Lesung: Anne Dorn
Sammlung „Goethe-Institut Amsterdam“: Tonkassette 199 

Programmtext

Die Geschichten von Anne Dorn führen den Leser durch 12 Jahre innerhalb des Dritten Reiches und formen zusammen einen Roman, der aus minuziösen Erinnerungen besteht. „Subjektiv, mit einer einzigartigen Bewunderung will sie Bericht erstatten und vertraut darauf, was sie gesehen, gehört und miterlebt hat. Ihre Kinderjahre und Jugend werden von einer allmächtigen und alles beherrschenden Diktatur beherrscht.“ (Hans Bender)

Anne Dorn ist eine Frau, die ihren Weg gefunden hat. Als Kostümbildnerin und Mutter von vier Kindern fing sie an zu schreiben, publizierte 1967 ihre erste Erzählung und war als Autorin im Radio und Fernsehen erfolgreich, wo sie unter anderem ihre Hörspiele präsentierte und bei multimedialen Projekten mitagierte. Seit den 80er Jahren ist es ihr durch den Erfolg in den Medien möglich, sich mehr auf Prosaerzählungen zu konzentrieren und sie erzielte mit u.a. „Hüben und drüben“, „Clara muß sterben“, „Damals als die Sonne schien“ und „Abschied in Dresden“ große Erfolge und erreichte ein großes Publikum. Anne Dorn ist nicht nur Autorin, die mit „Geschichten aus tausendundzwei Jahren“ auf intensive und beeindruckende Weise die Erinnerung an eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte bewahrt. Sie ist eine Frau, die sich ihre Freiheit erkämpft hat und darüber erzählen möchte. 

Weiterführende Informationen

Anne Dorn erklärt den Titel ihres Buches mit der Notwendigkeit, die Zeit des Nationalsozialismus nicht in die 12 Jahre seiner Herrschaft „einzusperren“ – dem totalitären Anspruch auf tausend Jahre Dauer also zwei Jahre hinzuzufügen, um zu verdeutlichen, dass der deutsche Faschismus Wurzeln wie auch Fortwirkungen hatte. Sie liest den Beginn ihres autobiographisch gefärbten Textes, in dem aus der Perspektive der Heranwachsenden Jule kapitelweise ein spezifisches politisches Ereignis der Zeit seit 1931 erzählt wird.

Die Sammlung des Goethe-Instituts Amsterdam umfasst 217 Tonkassetten mit Autorenlesungen, Vorträgen, Konferenzen und Performances. Sie wurde dem Deutschen Literaturarchiv Marbach vom Goethe-Institut in Amsterdam gestiftet. Die früheste Aufnahme stammt aus dem Jahr 1989, die späteste aus dem Jahr 2006.

[Die Lesung im Marbacher Online-Katalog findet sich hier.]

Personen auf dem Podium