LCB-Bänder: Aufnahmesession 29.6.1989

28. Juni 1989
Deutsches Literaturarchiv Marbach

Veranstaltungsort


Tonstudio des LCB

Lesung: Oskar Pastior
Nachlass Oskar Pastior: Tonbänder 24 u. 25

weiterführende Informationen

Vom 20. April bis zum 17. Juli 1989 ging Oskar Pastior ins Tonstudio des Literarischen Colloquiums und las dort sein bis dato in gedruckter Form erschienenes Werk auf Band, einschließlich der bereits Ende der 1970er Jahre auf dem S-Press Tonbandverlag als Kompaktkassette veröffentlichten Bände „Gedichtgedichte“, „Höricht“, „Tango Emer Den Porren“ und „Der krimgotische Fächer“. Der Plan, diese „Werkaufnahmen“, wie Pastior sie nannte, durchzuführen, entstand zusammen mit Michael Krüger und Christoph Buchwald vom Hanser Verlag, ohne dass eine akustische Veröffentlichung des Gesamtwerks konkret geplant war. Was Oskar Pastior also im Frühjahr und Sommer 1989 anlegte, war ein umfassendes Stimm-Archiv seiner eigenen Texte in, so lässt sich vermuten, von ihm zu diesem Zeitpunkt als definitiv angesehener Form und unter professionellen Bedingungen. Dieser Vorgang ist in der deutschen Literaturgeschichte außergewöhnlich, wenn nicht einzigartig.

Der Nachlass von Oskar Pastior zeichnet sich durch ein beständiges Ineinander von Stimme und Schrift aus. Eine Vielzahl an MCs mit Hörspielen, Leseauftritten, Belegexemplare von Radiosendungen u. ä. finden sich darin ebenso wie insgesamt 35 Tonbänder, die er 1989 im Tonstudio des Literarischen Colloquiums in Berlin einlas, und 22 Daten-CDS, die er gemeinsam mit Urs Engeler von 2002 bis 2006 aufnahm. Diese Tonbänder und CDs enthalten zusammen das gesamte publizierte Werk Oskar Pastiors in auditiver Form. Wie in sonst kaum einem anderen Nachlass verzahnen sich das schriftliche und das auditive Werk des Autors aber auch in seinen Manuskripten, Briefen und sonstigen Dokumenten. Jeder Leseauftritt ist in mit „LAIF Lesungen“ beschrifteten Ordner genau dokumentiert.

[Die Aufnahme im Marbacher Online-Katalog findet sich hier.]

Personen auf dem Podium