Literarischer Club

28. Mai 2000
Literarisches Colloquium Berlin

Gesprächsteilnehmer: Martin Lüdke, Jörg Magenau, Beate Pinkerneil und Stephan Speicher

Programmtext

Neuerscheinungen im Urteil der Literaturkritik: Rainald Goetz „Dekonspiratione“ (Suhrkamp Verlag), Maxim Biller „Die Tochter“ (Kiepenheuer & Witsch), Klaus Schlesinger „Trug“ (Aufbau Verlag) sowie Botho Strauss „Das Partikular“ (Hanser Verlag). Die Diskussionsteilnehmer: Martin Lüdke (SWR, Mainz), Gustav Seibt (Die Zeit, Hamburg), Jörg Magenau (FAZ, Berlin) und die Gesprächsleiterin Beate Pinkerneil (ZDF, Kulturzeit, Berlin).

Anmerkung: Statt dem im Programm angekündigten Gustav Seibt nahm Stephan Speicher an dieser Veranstaltung teil.

Weiterführende Informationen

In dieser Sendung erfährt man, warum Beate Pinkerneil Botho Strauß für „unangenehm belehrend“ hält. „Er hat eigentlich gar nichts mehr zu sagen“, so setzt sie fort. Martin Lüdke ist durchaus mit dieser Aussage einverstanden, wenn auch eingeschränkt. Mit der strauß'schen Kritik an der pluralistischen Kulturproduktion („mediales Dauergewäsch“) zeigt er sich dann doch d’accord. Aufschlussreich in diesem Zusammenhang ist die Debatte zuvor. Denn in Rainald Goetz’ „Dekonspiratione“ geht es um eine Beschreibung der Medienwelt. Während jedoch Strauß in „Das Partikular“ das Fernsehen wegen seiner „Vulgarität“ kategorisch ablehnt, verfügt Goetz über einen eher affirmativen Zugang zum Boulevard. Letzteres findet schließlich Beate Pinkerneils volle Zustimmung. „Glanzvoll beschrieben“, ruft sie einmal aus, indes die Kritikerkollegen über die goetz'sche Theorie des Erzählens laut räsonnieren. Die Handlung von Klaus Schlesingers Roman „Trug“ wertet man als „etwas museal“. Maxim Billers „Die Tochter“ wird unisono als „prall erzählt“ empfunden.

Personen auf dem Podium