„Marbot“

26. Oktober 1981
Deutsches Literaturarchiv Marbach

Veranstaltungsort


Hoser's Buchhandlung, Stuttgart

Lesung: Wolfgang Hildesheimer
Sammlung „Hoser's Buchhandlung“: Tonband 51

Weiterführende Informationen

„Marbot“ ist die fiktive Biographie des Sir Andrew Marbot, eines englischen Kunsttheoretikers der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, der eine inzestuöse Liebesbeziehung zu seiner Mutter hatte. Beides hätte Marbot, so Wolfgang Hildesheimer in seinen einleitenden Bemerkungen, dazu verleitet, Forschungen im Bereich der Bildenden Kunst zu unternehmen, welche psychischen Anomalien dem Erschaffen von Kunstwerken zugrunde liegen. Hildesheimers Einleitung fügt dem Formen- und Wirklichkeitenspiel seines Buches, das den fiktiven Marbot reale Figuren des 19. Jahrhunderts begegnen lässt und diese Begegnungen sowie die Lebensstationen des Protagonisten mit fiktiven Zeugnissen von teils realen Personen belegt, eine weitere Ebene hinzu: Es ist die Autorstimme selbst, die über die eigene Fiktion im Stile eines biographischen Referats berichtet, als gehöre auch sie der fiktiven Wirklichkeit ihres Buches und dessen realem Schöpfer an.

Wolfgang Hildesheimer liest aus jenen Passagen, die auf Marbots Trennung von der „Muttergeliebten“ folgen.

Die Sammlung der Buchhandlung "Hoser" umfasst 85 Tonbänder von Autorenlesungen, die dem Deutschen Literaturarchiv Marbach von der Familie Storz gestiftet wurden. Begonnen 1974, wurden von 1976 bis 1988 die Veranstaltungen mitgeschnitten. Das Programm wirkte stilbildend auf andere Buchhändler und wurde ein wichtiger Teil des Stuttgarter Kulturlebens.  

[Die Lesung im Marbacher Online-Katalog findet sich hier.]

Personen auf dem Podium