Studio LCB mit Dieter Wellershoff

20. Februar 1995
Literarisches Colloquium Berlin

Lesung: Dieter Wellershoff
Moderation: Hajo Steinert
Gesprächspartner: Friedrich Dieckmann, Julia Schröder

Weiterführende Informationen

Thema der Sendung ist der Zweite Weltkrieg aus der Sicht ihrer Teilnehmer. So berichtet Dieter Wellershof nach der Lesung seines Textes, in dem der Autor seine Zeit als Soldat reflektiert, über den schmalen Informationshintergrund der Wehrmachtssoldaten und den generell streng vom Staat kanalisierten Kommunikationsstrom in der deutschen Gesellschaft. Er erzählt vom Alltag der Soldaten und schildert das Banale und den Schrecken, den die potenzierte Gewalt der Kriegauseinandersetzung auslöst. Ein Thema ist dann auch das Alter der Zeitzeugen und die Beschäftigung mit ihren Erinnerungen.

Programmtext

Der 1925 geborene Romancier und Essayist Dieter Wellershoff wurde 1943 zum Arbeiterdienst und anschließend zum Militär einberufen. Den Kriegswinter 1944/45 verbrachte er in Bad Reichenhall in einem Lazarett. Über diese Zeit hat der Verfasser der Romane "Die Schattengrenze" (1971), "Die Schönheit des Schimpansen" (1977) oder "Der Sieger nimmt alles" (1983) soeben einen autobiographischen Text abgeschlossen. Über das Selbstportrait eines jungen Mannes im Krieg hinaus ist "Der Ernstfall - Innenansichten eines Krieges" (Verlag Kiepenheuer & Witsch) ein Zeitdokument. Nach der Lesung diskutieren der Berliner Publizist Friedrich Diekmann und Julia Schröder, Literatur-Redakteurin der Stuttgarter Zeitung, mit dem Autor.

Personen auf dem Podium