Studio LCB mit Judith Kuckart

21. Januar 2002
Literarisches Colloquium Berlin

Lesung: Judith Kuckart
Gesprächspartner: Reinhard Baumgart, Mathias Greffrath
Moderation: Maike Albath

Programmtext

"Wer erzählt, hat eine Frage", schreibt Judith Kuckart und schickt die Heldin ihres neuen Romans "Lenas Liebe" (DuMont Verlag, Frühjahr 2002) zurück in ihre Heimatstadt. Nach dem Tod ihrer Mutter beginnt die Schauspielerin Lena mit einer Vergangenheitsrecherche. Statt die Dinge zu ordnen, verstrickt sie sich in neue Geheimnisse. Wirklichkeit und Phantasie scheinen ineinander überzugehen, Wünsche beeinflussen das Leben stärker als tatsächliche Begebenheiten: "Immer diese Sehnsucht nach Momenten, die nie geschehen sind". Der Explosivität verdrängter Wünsche erlag bereits Judith Kuckarts braver Büchernarr in "Der Bibliothekar" (1998), als ein Liebeswahn seine bildungsbürgerliche Existenz zusammenbrechen ließ. Die Bücher der Theaterwissenschaftlerin und ausgebildeten Tänzerin Judith Kuckart, 1959 in Schwelm (Westfalen) geboren, kreisen um Einsamkeit, Erotik und die Ungewissheit menschlicher Beziehungen. Im Studio LCB liest Judith Kuckart erstmals aus ihrem neuen Roman und diskutiert mit Matthias Greffrath und Reinhard Baumgart.

Weiterführende Informationen

Maike Albath spricht zu Beginn mit Judith Kuckart über den Werdegang der Autorin: Wie war der erste Schritt zum Ballett? Was bedeutet die Konfrontation mit dem eigenen Körper beim professionellen Tanzen für eine junge Frau? Sehr schnell wird aber deutlich, dass man auch das betont körperliche Verständnis Judith Kuckarts zur Sprache thematisiert. Reinhard Baumgart erzählt zwar zunächst, wie er Judith Kuckart kennenlernte (Auf einer Party trat eine Bekannte zu ihm und sagte: Da ist Judith Kuckart - und die traut sich nicht, dich anzusprechen, weil sie einen deiner frühen Romane so verehrt). Aber dann verweist Baumgart auf Kuckarts genuin körperliches Verständnis von Sprache: "Das ist keine der üblichen Weltwiedergabeprosastücke", so führt Baumgart aus, "sondern Ausdruckskunst - auch wenn sie sich mit Realien stark beschäftigt!" Diese konzentrierte Beschäftigung mit dem Werk prägt die Debatte.

 

Personen auf dem Podium