Studio LCB mit Sabine Peters

25. Juni 2013
Literarisches Colloquium Berlin

Lesung: Sabine Peters
Gesprächspartner: Jörg Magenau und Michael Braun
Moderation: Denis Scheck

Sobald alle Rechtsinhaber zugestimmt haben, wird diese Veranstaltung vollständig nachzuhören sein.

Programmtext

Sabine Peters neuer Roman "Narrengarten" (Wallstein Verlag) ist die jüngste Fortsetzung eines faszinierenden Romanprojekts, das die Autorin mit ihrem Debut "Der Stachel am Kopf" 1990 begonnen und über Jahrzehnte bis in die Gegenwart in Büchern wie "Abschied" (2003) und "Feuerfreund" (2010) vorangetrieben hat, eines Erzählens, das im Autobiographischen seinen Ausgang nimmt, diesen engen Raum aber rasch verlässt und ins Offene der Schilderung einer Gesellschaft im Wandel strebt. Aus den Erzählungen um das Schriftstellerpaar Marie und Rupert und einem facettenreichen Figurentableau aus dessen  großem Verwandten- und Bekanntenkreis ergibt sich nicht nur eine Chronik der deutschen Gegenwart, sondern im vielfältigen Reigen der Erzählerstimmen ein Fragen nach utopischen Entwicklungslinien, eine Bilanz der politischen Hoffnungen in der Bundesrepublik, ein Beharren auf die Macht der Poesie in einer entzauberten Wirklichkeit. Sabine Peters wird im "Studio LCB" mit den Literaturkritikern Jörg Magenau und Michael Braun darüber diskutieren, wie aus Leben Literatur wird oder wie viel politisches Engagement ein Roman verträgt.

Weiterführende Information

Die Aufzeichnung des Studio-LCB mit Sabine Peters wird von zwei Themen beeinflusst. Da geht es zum einen um das Feuilletonsterben, die dramatisch rückläufigen Zahlen zahlreicher Zeitungen und Magazine – und damit zusammenhängend um den redaktionellen Umgang mit dieser angeblichen Agonie. Zum anderen geht es um die Darstellung einer Typologie von Autoren, die sich an den Randzonen imperialer Medienlandschaften bewegen. Wie viel Schüchtern- und Bescheidenheit verträgt das aktuelle Bild des Literaten? Dass die hier angeschlagenen Themen dazu neigen, sich zu berühren, hört man auf der Aufnahme heraus. Der Kritiker Magenau stellt fest, dass der Literaturbetrieb sich zunehmend kapitalisiert hat. Gemeinsam betrachten die Teilnehmer die Geschichte des Klagenfurter Lesewettbewerbs, bekannt als "Ingeborg-Bachmann-Preis". Auch hier dreht sich das Gespräch um einen auffälligen Prestigeverlust. Bescherte in früheren Tagen dieser Wettbewerb den Schriftstellern Aufmerksamkeit, so kämpft die Veranstaltung heute um ihre nackte Existenz. Denn der österreichische Rundfunk denkt an die Abschaffung des Ingeborg-Bachmann-Preises.

Personen auf dem Podium