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Umberto Eco
Umberto Eco, geboren 1932 in Alessandria (Italien), studierte Philosophie und Literaturgeschichte in Turin. Von 1975 bis 2007 hatte er an der Universität Bologna den Lehrstuhl für Semiotik inne. Mit seinen kunsttheoretischen ("Das offene Kunstwerk", it. 1962, dt. 1973) und semiotischen Schriften ("Einführung in die Semiotik", it. 1968, dt. 1972) wurde er als bedeutender Wissenschaftler bekannt. 1980 machte ihn sein erster und bis heute bekanntester Roman, "Il nome della rosa" (dt. "Der Name der Rose", 1982) schlagartig auch als Schriftsteller berühmt. Er empfing zahlreiche Ehrungen, darunter über vierzig Ehrendoktortitel, die Aufnahme in die französische Ehrenlegion und das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern. Er starb 2016 in Mailand.
Jiri Grusa
Jiri Grusa (1938-2011) wurde in Paradubice (Böhmen) gebohren, studierte Philosophie und Geschichte und wurde 1962 in Philosophie promoviert. 1964 gründete er die Zeitschrift "Tvár", 1970 erhielt er Publikationsverbot in der Tschechoslowakei, 1977 unterzeichnete er die "Charta 77", 1980 wurde er ausgebürgert, ab 1989 wurde er Botschafter in Deutschland, 1997 tschechischer Bildungsminister und von 1998 bis 2004 Botschafter in Österreich. Er war zudem Präsident des internationalen P.E.N.-Clubs und Direktor der Diplomatischen Akademie in Wien. Er veröffentlichte Gedichte und Prosa und erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen.
Arne Rautenberg
Arne Rautenberg, geboren 1967 in Kiel, lebt und arbeitet nach dem Studium der Kunstgeschichte, Neuerer Deutscher Literaturwissenschaft und Volkskunde an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel als freier Schriftsteller und Künstler in seiner Geburtsstadt. Von 2006 bis 2020 war Arne Rautenberg Lehrbeauftragter an der Muthesius Kunsthochschule Kiel. 2013 hatte er die Liliencron-Dozentur für Lyrik an der Christian-Albrechts-Universität inne. 2016 erhielt er mit dem Josef-Guggenmos-Preis den ersten Preis für Kinderlyrik, der je in Deutschland vergeben wurde. Im Herbst 2017 wurde Arne Rautenberg in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung und im Frühjahr 2018 in die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur gewählt. 2020 erhielt Arne Rautenberg die Poetik-Dozentur am Literaturinstitut Hildesheim, das Hermann-Hesse-Stipendium und den Kulturpreis der Stadt Kiel. 2022 ist er Stipendiat der Villa Massimo in Rom. Zuletzt erschienen die Gedichtbände „permafrost“ (2019) und „betrunkene wälder“ (2021), beide im Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg.
Hompage: www.arnerautenberg.de
Jenny Erpenbeck
Jenny Erpenbeck, geboren 1967 in Ost-Berlin, debütierte 1999 mit der Novelle »Geschichte vom alten Kind«. Es folgten zahlreiche Veröffentlichungen, darunter Romane, Erzählungen und Theaterstücke. Von Publikum und Kritik gleichermaßen gefeiert, wurde sie vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Thomas-Mann-Preis, dem Uwe-Johnson-Preis, dem Hans-Fallada-Preis und dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Auch international gilt Erpenbeck als wichtige literarische Gegenwartsautorin. So wurde sie u.a. mit dem britischen Independent Foreign Fiction Prize (inzwischen bekannt als International Booker Prize) und dem italienischen Premio Strega Europeo geehrt. Ihr Roman »Heimsuchung« wird vom Guardian auf der Liste der »100 Best Books of the 21st Century« geführt. Die amerikanische Übersetzung ihres jüngsten Romans »Kairos« war in den USA für den National Book Award nominiert und wurde 2024 mit dem International Booker Prize ausgezeichnet. Erpenbecks Werk erscheint in über 30 Sprachen.
Uroš Prah
Uroš Prah, *1988 in Maribor, veröffentlichte drei Gedichtbände: Čezse polzeči (2012), Tišima (2015 – nominiert für den Veronika Preis sowie den Simon Jenko Preis) und Udor (2019). 2018 erhielt er den Exil-Lyrikpreis für sein auf Deutsch verfasstes investigatives Gedicht Nostra Silva; zuletzt erschien in Literatur und Kritik die Kurzgeschichte Die Fächer. Übersetzungen seiner Bücher, Gedichte und Essays erschienen bisher in fünfzehn Ländern. Er war Mitbegründer und Chefredakteur der Literaturzeitschrift IDIOT, Programmdirektor des internationalen Festivals Literodrom und Mitbegründer des Museums des Wahnsinns, Trate.
Uroš Prah lebt zur Zeit in Wien.
Ralf Klausnitzer
Ralf Klausnitzer, geboren 1967 in Leipzig, studierte von 1988 bis 1994 Philosophie in Rostow am Don (Russland) sowie Neuere Deutsche Literaturwissenschaft / Philosophie an der Humboldt Universität zu Berlin. Anschließend folgte eine Promotion mit seiner Dissertation zum Thema „Blaue Blume unterm Hakenkreuz. Die Rezeption der deutschen literarischen Romantik im Dritten Reich“. In den darauffolgenden Jahren arbeitete Ralf Klausnitzer als Mitarbeiter am DFG-Projekt „DISSERTATIONEN ONLINE“, zugleich war er beteiligt an der Projektgruppe „Der auktoriale Diskurs in vergleichender Sicht“ am Zentrum für Literaturforschung Berlin. Es folgte eine Habilitation mit der Schrift „Poesie und Konspiration. Beziehungssinn und Zeichenökonomie von Verschwörungsszenarien in Publizistik, Literatur und Wissenschaft 1750–1850“. Zwischen 2007 und 2008 war er Visiting Professor am German Department der Tamkang Universität, Taiwan. Seit 2014 ist Ralf Klausnitzer Hochschullehrer am Institut für deutsche Literatur an der HU, außerdem ist er Leiter der Arbeitsstelle Fachgeschichte. Er forscht und lehrt zur Geschichte des Wissens und der Wissenschaften, zu Text-Bild-Relationen und zu Großstadtliteratur und -medien.
Mátyás Dunajcsik
Mátyás Dunajcsik ist ein queerer Autor und Performer, der Prosa, Theater und Lyrik auf Ungarisch, Englisch und neuerdings auf Deutsch schreibt. Er ist geboren und aufgewachsen in Budapest, Ungarn, wo er Ästhetik (Kunsttheorie) und französische Literatur studierte und im Verlagswesen arbeitete. Er emigrierte 2014 und verbrachte zunächst zwei Jahre in Reykjavík, wo er mit einem staatlichen Stipendium isländische Sprache und Literatur studierte, bevor er sich in Deutschland niederließ. Sein literarisches Werk wurde mit zahlreichen Preisen in Ungarn und mehreren internationalen Stipendien ausgezeichnet, darunter die Junge Akademie der Akademie der Künste (2009, Berlin). Auf Ungarisch publizierte er zwei Sammlungen von Kurzgeschichten und ein Kinderbuch, das er später selbst für die Bühne adaptierte. Sein erster Roman Víziváros ("Wasserstadt") kam 2021 heraus und eine Sammlung seiner ungarischen Gedichte soll Ende 2024 erscheinen.
Olivia Laing
Olivia Laing (*1977 in Großbritannien) ist eine essayistisch arbeitende Autor:in, deren Werk Literatur, Kunstkritik und autobiografische Erfahrung verbindet. Internationale Aufmerksamkeit erlangte Laing mit vielgelobten Büchern über Landschaft, Einsamkeit, Körperpolitik und Freiheit, in denen persönliche Erkundungen mit der Betrachtung von Kunst und Künstler:innen verknüpft werden. Neben Sachbüchern veröffentlichte Laing auch einen preisgekrönten Roman und schreibt regelmäßig für internationale Medien wie den Guardian, die Financial Times und die New York Times. Laing ist Mitglied der Royal Society of Literature, wurde mehrfach ausgezeichnet, in zahlreiche Sprachen übersetzt.
Colm Tóibín
Colm Tóibín, 1955 in Enniscorthy geboren, ist einer der wichtigsten irischen Autoren der Gegenwart. Bereits sein erster Roman "Der Süden" (1994) wurde von der Kritik enthusiastisch gefeiert. Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem IMPAC-Preis und dem David Cohen Prize for Literature. Bei Hanser erschienen der Henry-James-Roman "Porträt des Meisters in mittleren Jahren" (2005), "Mütter und Söhne" (Erzählungen, 2009), "Brooklyn" (Roman, 2010), "Marias Testament" (Roman, 2014), "Liebe und Tod" (Hanser-Box, 2014), "Nora Webster" (Roman, 2016), "Haus der Namen" (Roman, 2020), "Der Zauberer" (Roman, 2021), für den er den Rathbones Folio Prize 2022 erhielt, und zuletzt "Long Island" (Roman, 2024). Er wurde für 2022–2024 zum Laureate for Irish Fiction ernannt.
Literaturhaus Basel
Im Literaturhaus Basel finden pro Jahr rund 100 Veranstaltungen statt. Den Schwerpunkt des Programms bilden Lesungen mit interessanten und relevanten Autor·innen aus dem Ausland, der Schweiz und der Region. Aktuelle Debatten gehören ebenso zum Programm wie Schreib- und Lesezirkel, Kindernachmittage, Schülerworkshops und literarische Spaziergänge. In der Reihe VorLaut stellen sich, analog zu Vorgruppen bei Popkonzerten, junge Stimmen vor. Zum Literaturhaus gehört das Café Kafka am Strand, wo man sich vor und nach den Veranstaltungen treffen und austauschen kann. Das Literaturhaus Basel wurde als erstes der Schweiz im Jahr 2000 gegründet. Es wird hauptsächlich vom Kanton Basel-Stadt und der Christoph Merian Stiftung finanziert. Es ist Mitglied des internationalen Netzwerks der Literaturhäuser. Getragen wird es vom Verein LiteraturBasel, der auch das Internationale Literaturfestival BuchBasel organisiert und gemeinsam mit dem SBVV den Schweizer Buchpreis vergibt. Es wird seit 2008 von Katrin Eckert geleitet.