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Ulrich Horstmann
Ulrich Horstmann, 1949 geboren in Bünde, Westfalen, ist ein deutscher Literaturwissenschaftler und Schriftsteller. Er war Dozent an der University of South Africa in Pretoria, habilitierte sich 1981 und ist seit 1991 Professor für neuere englische und amerikanische Literatur an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Sein schriftstellerisches Werk, das er seit 1976 veröffentlicht, zeichnet sich durch einen besonderen Weltekel und Nihilismus aus. Dazu zählen Essays, Romane, Gedichte, Theaterstücke und Übersetzungen. 1988 wurde er auf Anregung Günter Kunerts mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet.
Jurek Becker
Jurek Becker wurde vermutlich am 30. September 1937 in Lodz geboren. Er überlebte die Konzentrationslager Ravensbrück und Sachsenhausen. Während seine Mutter 1945 umkam, traf er seinen Vater als Auschwitz-Überlebenden wieder und zog mit ihm nach Ost-Berlin. Von 1957-1960 studierte er an der Humboldt-Universität Philosophie, bis er diese aus politischen Gründen verlassen musste. 1969 erschien sein bedeutendster Roman "Jakob der Lügner", nachdem der Text als Drehbuch von der DEFA, bei der Becker seit 1962 beschäftigt war, abgelehnt worden war. Er starb am 14. März 1997 in seinem Landhaus in Sieseby.
Stefan Heym
Stefan Heym, geboren 1913 in Chemnitz, musste Deutschland 1933 verlassen und studierte ab 1935 in den USA. In den Folgejahren veröffentlichte er literarische Werke in englischer Sprache. Ab 1953 lebte Heym in der DDR. Aufgrund eines Veröffentlichungsverbotes erschienen ab 1965 die meisten seiner Werke zuerst in der Bundesrepublik. Sein Roman "Fünf Tage im Juni" (1974) behandelt den Volksaufstand 1953 in der DDR. In den 1980er Jahren unterstützte Stefan Heym die Bürgerrechtsbewegung, auch nach der Wende war er politisch aktiv. Er starb 2001 in En Bokek (Israel).
Karl Heinz Bohrer
Karl Heinz Bohrer, geboren 1932 in Köln, studierte dort und in Göttingen Germanistik, Geschichte und Philosophie. 1961 wurde er in Heidelberg mit einer Arbeit zur romantischen Geschichtsprophetie promoviert. Von 1968 bis 1974 war er verantwortlicher Redakteur im Literaturteil der FAZ. Von 1982 bis 1997 hatte er in Bielefeld einen Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturgeschichte inne, parallel dazu wurde er Herausgeber des "Merkur". Zu seinen Schriften gehören "Die gefährdete Phantasie, oder Surrealismus und Terror" (1970), "Die Ästhetik des Schreckens" (1978) und "Plötzlichkeit" (1981). 2014 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Lars Gustafsson
Lars Gustafsson, geboren 1936 in Västerås (Schweden), studierte Literatur, Philosophie und Soziologie in Uppsala und Oxford. 1957 erschien sein Romandebüt "Vägvila". Von 1983 bis 2006 war er Professor für Germanistische Studien und Philosophie an der University of Texas in Austin. 2009 wurde er in Weimar mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet. Lars Gustafsson verstarb im April 2016.
Robert Menasse
Robert Menasse wurde 1954 in Wien als Sohn des österreichischen Fußballspielers Hans Menasse geboren. Nach der Promotion 1980 war er bis 1988 Lektor für österreichische Literatur in Sao Paulo. Seit seiner Rückkehr lebt er als freier Schriftsteller in Wien. Zu seinen bekanntesten Werken gehören der Essayband „Erklär mir Österreich“ und der Roman „Die Vertreibung aus der Hölle“. Robert Menasse wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Österreichischen Kunstpreis für Literatur 2012 und dem Heinrich-Mann-Preis 2013.
Susan Hawthorne
Susan Hawthorne, geboren 1951, studierte Altgriechisch und Sanskrit, Philosophie, Women's Studies und Politikwissenschaften in Melbourne, Australien. Zusammen mit Renate Klein gründete sie 1991 den feministischen Buchverlag Spinifex Press. Sie hat zahlreiche Lyrikbände, Romane und mehrere Sachbücher veröffentlicht, darunter 2014 "Bibliodiversity" (dt. 2017 als "Bibliodiversität"), ein "Manifest für unabhängiges Publizieren."
Orhan Pamuk
Orhan Pamuk wurde 1952 in Istanbul geboren und gilt als einer der wichtigsten Schriftsteller der Türkei. Sein bekanntester Roman Kar (dt.: Schnee) erschien 2001 in der Türkei und 2005 in Deutschland. Für sein Werk, das in mehr als 30 Sprachen übersetzt wurde, erhielt er neben zahlreichen internationalen Preisen den Nobelpreis für Literatur 2006. Orhan Pamuk lebt in Istanbul.
Siegfried Lenz
Siegfried Lenz wurde 1926 in Lyck, dem heutigen Ełk, geboren. Nach britischer Kriegsgefangenschaft studierte er Anglistik, Philosophie und Literaturwissenschaft. Seit 1951 lebte er als freier Schriftsteller in Hamburg. Heute gilt er vor allem aufgrund seines Romans Deutschstunde von 1968 als einer der wichtigsten Erzähler der Nachkriegszeit. Siegfried Lenz wurde unter anderem mit dem Literaturpreis der Stadt Bremen, dem Thomas-Mann-Preis sowie dem Goethepreis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet und ist Ehrenbürger der Freien und Hansestadt Hamburg. Er starb am 7. Oktober 2014 in Hamburg.
Péter Esterházy
Mit Erscheinen seines Romans „Harmonia Ceaelestis“ wurde Péter Esterházy – 1950 geboren - von der Literaturkritik in den Rang eines bedeutenden zeitgenössischen europäischen Autors gehoben. Ähnlich wie bei anderen ungarischen Schriftstellern wie Imre Kertész oder Péter Nádas thematisiert Esterházy den Totalitarismus in Osteuropa in seinen Werken – und zeigt dessen verheerende Wirkungen auf Familie und Gesellschaft. Péter Esterházy starb am 14. Juli 2016 in Budapest.