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Mátyás Dunajcsik

Mátyás Dunajcsik ist ein queerer Autor und Performer, der Prosa, Theater und Lyrik auf Ungarisch, Englisch und neuerdings auf Deutsch schreibt. Er ist geboren und aufgewachsen in Budapest, Ungarn, wo er Ästhetik (Kunsttheorie) und französische Literatur studierte und im Verlagswesen arbeitete. Er emigrierte 2014 und verbrachte zunächst zwei Jahre in Reykjavík, wo er mit einem staatlichen Stipendium isländische Sprache und Literatur studierte, bevor er sich in Deutschland niederließ. Sein literarisches Werk wurde mit zahlreichen Preisen in Ungarn und mehreren internationalen Stipendien ausgezeichnet, darunter die Junge Akademie der Akademie der Künste (2009, Berlin). Auf Ungarisch publizierte er zwei Sammlungen von Kurzgeschichten und ein Kinderbuch, das er später selbst für die Bühne adaptierte. Sein erster Roman Víziváros ("Wasserstadt") kam 2021 heraus und eine Sammlung seiner ungarischen Gedichte soll Ende 2024 erscheinen.

Ina Hartwig

Ina Hartwig, geb. 1963 in Hamburg, studierte Romanistik und Germanistik in Avignon und Berlin. Nach vielen Jahren als verantwortliche Literaturredakteurin der „Frankfurter Rundschau“ (1997-2009) und Herausgeberin des „Kursbuch“ (2002-2005) war sie freischaffende Autorin, Kritikerin und Moderatorin. Sie hatte Gastprofessuren in St. Louis (USA), Göttingen und Leipzig inne, und schrieb u.a. für die „Die Zeit“ und die „Süddeutsche Zeitung“. 2011 wurde sie mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik ausgezeichnet. Im S. Fischer Verlag erschien ihre Essaysammlung „Das Geheimfach ist offen. Über Literatur“ (2012). Für den Film „Die Geträumten“ (Österreich 2016) verfasste sie zusammen mit der Regisseurin Ruth Beckermann das Drehbuch. Im akademischen Jahr 2015/16 war sie Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Seit Juli 2016 ist sie Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main.

Sami Tchak

Sami Tchak (Pseudonym für Sadamba Tcha-Koura) wurde 1960 in Togo geboren. Er erwarb in Togo seine Licence in Philosophie und verteidigte 1993 seine Dissertation in Soziologie an der Universität Sorbonne-Paris V. Seit einigen Jahren widmet er sich dem Schreiben. Für seinen Roman "Le continent du Tout et du presque Rien" (2021) erhielt er 2022 den Prix Ivoire. Zu seinen weiteren Veröffentlichungen gehören "Place des Fêtes" (2001 ; dt. "Scheiß Leben", 2004) Hermina (2003), "La fête des masques" (2004), das 2004 mit dem Grand Prix Littéraire d’Afrique Noire ausgezeichnet wurde, "Le paradis des Chiots" (2006), für das er den Prix Ahmadou Kourouma erhielt. In "Ainsi parlait mon père" (2018) und "Les fables du moineau" (2020) kehrt Tchak erzählerisch in sein togoisches Dorf zurück. Seit 1986 lebt Sami Tchak in Frankreich.

Georg Stefan Troller

Georg Stefan Troller wurde 1921 in Wien geboren und machte eine Lehre als Buchbinder. Mit sechzehn, kurz nach den Novemberpogromen, floh er vor der nationalsozialistischen Verfolgung über die Tschechoslowakei nach Frankreich, im Gepäck Karl Kraus’ »Die letzten Tage der Menschheit«. 1941 erhielt er in Marseille ein amerikanisches Visum. In den USA wurde er 1943 zum Militärdienst eingezogen und kam als junger GI in einem Team von deutschsprachigen Gefangenenvernehmern nach Deutschland. Anschließend studierte er Anglistik und Theaterwissenschaften u. a. an der University of California in Los Angeles und begann als Reporter für Zeitungen und den Rundfunk zu arbeiten. Neben etlichen Dokumentarfilmen verfasste er zahlreiche Drehbücher (u. a. für Axel Cortis Trilogie »Wohin und zurück« und Robert Schindels Romanverfilmung »Gebürtig«) sowie mehrere Bände über Paris und seine Begegnungen mit Prominenten und Künstler*innen

Richard Dove

Richard Dove, geb. 1954 in Bath, Studium der Germanistik und Romanistik in Oxford, lebt mit Unterbrechungen seit 1981 in Bayern, zunächst in Regensburg, seit 1987 in München. Herausgaben (u.a. unveröffentlichte Gedichte aus Friedrich Rückerts Nachlass sowie zwei Sammelbände mit Übertragungen von Gedichten Michael Hamburgers), Übersetzungen (u.a. Ernst Meister, Not Orpheus), und Aufsätze zur Poesie. Seit seiner ersten, noch englisch geschriebenen Sammlung Aus einem früheren Leben (deutsch u.a. von Ulrike Draesner, H. M. Enzensberger, Gerhard Falkner, Friederike Mayröcker, Joachim Sartorius) veröffentlichte er sechs Gedichtbände: Farbfleck auf einem Mondrian-Bild (2. Auflage 2004), Am Fluß der Wohlgerüche (2008), Syrische Skyline (2009), Straßenbahn, Hiroshima (2011), Die zwei Jahreszeiten (2016), Unterwegs nach San Borondón (2020).

Stefan Zweifel

Stefan Zweifel wurde 1967 in Zürich, Schweiz, geboren. Nach einem Studium der Philosophie, Komparatistik und Ägyptologie an der dortigen Universität schrieb er seine Doktorarbeit über Donatien Alphonse François de Sade, Georg Wilhelm Friedrich Hegel und den französischen Arzt und Philosophen Julien Offray de La Mettrie. Texte von ihm über Theater, Musik, Literatur und Tanz erscheinen u.a. in der »Neuen Zürcher Zeitung«, der »Weltwoche« und in der Zeitschrift »Literaturen«. Von 2007 bis Mai 2014 war Zweifel Teilnehmer der Sendung »Literaturclub« im Schweizer Fernsehen, die auch auf 3sat ausgestrahlt wurde. 2012 übernahm er schließlich die Moderation der Sendung von der Journalistin Iris Radisch. Als Übersetzer brachte Zweifel u.a. Jean-Jacques Rousseaus »Träumereien eines einsam Schweifenden« (2012) sowie Raymond Roussels Werk »Locus Solus« (2012) und »Moravagine: Monsterroman« von Blaise Cendrars (2014) aus dem Französischen ins Deutsche.  2009 erhielt er den Berliner Preis für Literaturkritik, 2011 den Zuger Übersetzerpreis.  Der Autor lebt in Zürich.

Shashi Tharoor

Der indische Schriftsteller und Diplomat Shashi Tharoor wurde 1956 in London geboren, als sein Vater dort für die englischsprachige indische Zeitung »The Statesman« tätig war. Tharoor studierte in Indien und in den Vereinigten Staaten, wo er mit 22 Jahren in Jura promovierte und anschließend in den Dienst der Vereinten Nationen trat. Von 1997 bis 1998 war er Assistent von UNO-Generalsekretär Kofi Annan, 2002 wurde er von diesem zum Leiter der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der UNO ernannt. Tharoor bezeichnet Schreiben und seine Arbeit für die UNO als zwei gleichermaßen wichtige Aspekte seines Lebens. »Wenn ich das eine oder das andere aufgeben müsste, würde ein Teil meiner Seele sterben.« Sein Werk befasst sich mit einem zentralen Gegenstand: seiner Heimat Indien, das er in unterschiedliche literarische Gattungen kleidet: Neben Romanen verfasst er Zeitungsartikel, Kurzgeschichten, Sachbücher und wissenschaftliche Arbeiten. Für seine Arbeiten erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1991 den Commonwealth Writers‘ Prize. Tharoor lebt in New York.

Chimamanda Ngozi Adichie

Chimamanda Ngozi Adichie wurde 1977 in Enugu, Nigeria, als Tochter eines Mathematikprofessors und einer Verwaltungsangestellten an der Universität geboren und wuchs in der Universitätsstadt Nsukka auf. Sie studierte zunächst anderthalb Jahre Medizin und Pharmazie in Nigeria und zog dann in die USA, wo sie 2001 an der Drexel University in Philadelphia ihr Studium der Kommunikations- und Politikwissenschaften abschloss, einen Kurs in Kreativem Schreiben an der Johns Hopkins University absolvierte, Hodder Fellow an der Princeton und Radcliffe Fellow an der Harvard University war und 2008 an der Yale University einen Masterstudiengang in Afrikanistik abschloss.

Adichies presigekrönten Romane wurden in 37 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. Sie erhielt an verschiedenen US-amerikanischen Universitäten die Ehrendoktorwürde, wurde 2017 von der American Academy of Arts and Letters als Ehrenmitglied aufgenommen und in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Die Autorin lebt in Nigeria, wo sie Kreatives Schreiben unterrichtet, sowie in den USA.

Alfred Kolleritsch

Alfred Kolleritsch, 1931-2020, arbeitete nach einer Promotion über Heidegger einige Zeit als Gymnasiallehrer und Universitätsdozent in Graz. Er war Mitbegründer und später Vorsitzender der Künstlervereinigung Forum Stadtpark. Seit 1960 ist er Herausgeber der Literaturzeitschrift »manuskripte« und wirkte in dieser Funktion über Jahrzehnte als wichtiger Entdecker und Förderer junger Literatur. Er selbst schrieb Romane, Erzählungen und etliche Lyrikbände (zuletzt Befreiung des Empfindens, 2004, Tröstliche Parallelen, 2006, Es gibt den ungeheuren Anderen, 2013).

Für seine Werke erhielt er zahlreiche Preise, u. a. den Petrarca-Preis (1978), den Georg-Trakl-Preis (1987), den Horst-Bienek-Preis (2005) und den Ehrenring des Landes Steiermark (2013).

»Schier überwältigend sind der Umfang und die Geschlossenheit von Kolleritschs lyrischem Werk, das an sprachlicher Schönheit in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur nichts Gleichwertiges hat.« (Volker Breidecker, Süddeutsche Zeitung)

Kārlis Vērdiņš

Kārlis Vērdiņš, geboren 1979 in Riga, hat Kulturtheorie an der Lettischen Kulturakademie studiert und hält einen Doktortitel in lettischer Literatur der Universität Lettlands. Derzeit absolviert er den PhD Track Comparative Literature for International Writers der Washington University in St. Louis, Missouri, wo er an seinem ersten Roman arbeitet. Er veröffentlichte Gedichtsammlungen, seine Monographie „The Social and Political Dimensions of the Latvian Prose Poem“ (Pisa University Press 2010) und ist Ko-Autor von „Queer Stories of Europe“ (mit Jānis Ozoliņš, 2016). Sein Buch „Tētis“ war 2017 im jährlich erscheinenden Katalog „The White Ravens“ der Internationalen Jugendbibliothek sowie auf der IBBY Honor List 2018 des International Board on Books für Young People verzeichnet .

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