Chroniken von Nähe und Distanz

19. Juni 2012
Literarisches Colloquium Berlin

Lesung und Gespräch: Hanna Lemke und Annette Pehnt
Moderation: Kolja Mensing

Programmtext

Die Reflexion von Familienkonstellationen prägt die beiden Bücher des heutigen Abends. Der Roman „Chronik der Nähe” (Piper) von Annette Pehnt, für den sie in diesem Jahr mit dem Solothurner Literaturpreis ausgezeichnet wurde, erzählt von Großmutter, Mutter und Tochter. Immer und immer wieder versuchen diese drei Frauen, einander nahezukommen. Und immer wieder stellen sich neue Hindernisse zwischen sie, es siegt das Schweigen. So ist "Chronik der Nähe" ein Buch über Liebe und Ablehnung, Distanz und Zuneigung. Zwischen der Vertrautheit der Kindertage und der Distanz von Erwachsenen pendelt auch die Beziehung, die das Geschwisterpaar Milla und Ritschie verbindet. "In einer Sprache, die nachhallt - laut wie ein großes Schweigen" (Tobias Becker auf Spiegel Online) erzählt Hanna Lemke in ihrem zweiten Buch "Geschwisterkinder" (Kunstmann) davon, wie die Angst vor all dem wächst, was sich im Leben falsch anfühlt. Und davon, wie die beiden Geschwister sich doch wieder näherkommen. Die Bücher von Annette Pehnt und Hanna Lemke verbindet ihr genauer Blick auf die kleinen Momente des Alltags, in denen sich alles entscheidet, auf die kleinen Verschiebungen im Raum zwischen Menschen, die unsere Beziehungen ausmachen.

Personen auf dem Podium