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Ilse Aichinger

Ilse Aichinger, 1921 in Wien geboren, gilt als eine der bedeutendsten österreichischen Schriftstellerinnen der Nachkriegsliteratur. Nach dem Krieg begann Aichinger ein Medizinstudium, das sie aber abbrach, um ihren Roman "Die größere Hoffnung" zu schreiben. In den Jahren 1949 und 1950 arbeitete sie als Verlagslektorin beim S. Fischer Verlag, der auch ihre Werke veröffentlichte.  Für ihren Roman, ihre Gedichte, Hörspiele und Prosastücke, die in viele Sprachen übersetzt wurden, erhielt sie zahlreiche literarische Auszeichnungen, u. a. 1952 den Preis der Gruppe 47, 1982 den Petrarca-Preis, 1983 den Franz-Kafka-Preis, 1995 den Österreichischen Staatspreis für Literatur. Ilse Aichinger verstarb am 11. November 2016 in Wien.

Doğan Akhanlı

Doğan Akhanlı wurde 1957 in Şavşat in der Provinz Artvin im Nordosten der Türkei geboren. Ab 1969 lebte er in Istanbul. Nach dem Militärputsch vom 12. September 1980 ging er in den Untergrund. Als politischer Häftling saß er von 1985 bis 1987 im Militärgefängnis Metris in Istanbul und wurde dort gefoltert. 1991 floh er nach Deutschland; 1998 wurde er von der Türkei zwangsausgebürgert. Doğan Akhanlı lebt heute als freier Schriftsteller in Köln. 1998/99 erschien seine Romantrilogie „Kayıp Denizler“ („Die verschwundenen Meere“) in türkischer Sprache. Der letzte Band „Kıyamet Günü Yargıçları“, der unter dem Titel „Die Richter des Jüngsten Gerichts“ (2007) auch in deutscher Übersetzung veröffentlicht wurde, thematisiert den Völkermord an den Armeniern.

Ulrich Raulff

Ulrich Raulff, 1950 geboren, war ab 1994 Redakteur und Feuilletonchef bei der FAZ, ab 2001 leitender Redakteur bei der SZ und ist seit 2004 Direktor des Deutschen Literaturarchivs Marbach. Unter anderem sind von ihm erschienen: „Wiedersehen mit den Siebzigern. Die wilden Jahre des Lesens“ (2014) und „Das letzte Jahrhundert der Pferde. Geschichte einer Trennung“ (2015). Ulrich Raulff wurde u. a. mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2010 (Sachbuch) und dem Ernst-Robert-Curtius-Preis für Essayistik 2013 ausgezeichnet. Er ist u. a. Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Mitglied im Präsidium des Goethe-Instituts, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Wissenschaftskollegs zu Berlin, des PEN-Zentrums Deutschland und der Académie de Berlin. 

Bernhard Schlink

Bernhard Schlink, 1944 geboren, ist ein erfolgreicher Schriftsteller und Jurist. Von 1988 bis 2006 war er Richter des Verfassungsgerichtshofs für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster und von 1992 bis zu seiner Emeritierung 2009 Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Für seinen Roman "Der Vorleser" (1995), der mit Kate Winslet in der Hauptrolle oscargekrönt verfilmt und in über 50 Sprachen übersetzt wurde, erhielt er zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u. a. den 'Grinzane-Cavour-Preis', den 'Hans-Fallada-Preis' und den 'Prix Laure Bataillon' 1997 sowie das 'Bundesverdienstkreuz 1. Klasse' 2003. Bernhard Schlink lebt in Berlin und New York.

Adolf Muschg

Adolf Muschg wurde 1934 in Zollikon, Zürich, geboren und ist ein mehrfach ausgezeichneter Schriftsteller. Er studierte Germanistik, Anglistik und Philosophie in Zürich und in Cambridge, wurde 1959 mit einer Dissertation über Ernst Barlachs Dichtung promoviert. Seine schriftstellerische Karriere begann 1965 mit der Veröffentlichung seines Debüts "Im Sommer des Hasen". Er ist seit 1976 Präsident der Akademie der Künste Berlin, Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Darmstadt sowie der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz. Ausgezeichnet wurde Muschg u.a. 1994 mit dem Georg-Büchner-Preis, 1990 mit der Carl-Zuckmayer-Medaille, 1984 mit dem Züricher Literaturpreis und 1974 mit dem Hermann-Hesse-Preis. Heute lebt Muschg in Kilchberg bei Zürich.

Günter Kunert

Günter Kunert wurde 1929 in Berlin geboren und lebt bei Itzehoe. Er studierte Graphik an der Hochschule für Angewandte Kunst in Berlin-Weißensee, 1950 folgte die Entdeckung und Förderung durch Johannes R. Becher, nachdem 1948 seine erste Publikation erschienen war. Im gleichen Jahr trat er in die SED ein, dessen Mitgliedschaft ihm 1967 entzogen wurde, nachdem er die Biermann-Petition unterzeichnet hatte. Im Jahr 1999 wurde er mit dem "Prix Aristeion" der Europäischen Union ausgezeichnet. 2005 erhielt er die Ehrendoktorwürde des Juniata College Huntingdon, Pennsylvania, USA sowie die Ehrendoktorwürde der Università degli Studi di Torino, Italien. Kunert ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Joachim Sartorius

Joachim Sartorius, geboren 1946, ist Jurist, Diplomat, Theaterintendant, Lyriker und Übersetzer. Er wuchs in Tunis auf, war zwei Jahrzehnte seines Lebens im diplomatischen Dienst tätig, Leiter des Künstlerprogramms des DAAD, Generalsekretär des Goethe-Instituts und Intendant der Berliner Festspiele. Er veröffentlichte zahlreiche Gedichtbände, die sich immer wieder mit der Levante und ihren Kulturen befassen, zuletzt Für nichts und wieder alles (2016), in Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern entstandene Bücher und die poetischen Reiseerzählungen Die Prinzeninseln (2009) und Mein Zypern (2013). Er ist Herausgeber der Werkausgaben von Malcolm Lowry und William Carlos Williams sowie der Anthologien Atlas der neuen Poesie (1995), Minima Poetica (1999) und Niemals eine Atempause. Handbuch der politischen Poesie im 20.Jahrhundert(2014). Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. 2019 erhielt Sartorius den August Graf von Platen Literaturpreis.

Jenny Erpenbeck

Jenny Erpenbeck, geboren 1967 in Ost-Berlin, debütierte 1999 mit der Novelle »Geschichte vom alten Kind«. Es folgten zahlreiche Veröffentlichungen, darunter Romane, Erzählungen und Theaterstücke. Von Publikum und Kritik gleichermaßen gefeiert, wurde sie vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Thomas-Mann-Preis, dem Uwe-Johnson-Preis, dem Hans-Fallada-Preis und dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Auch international gilt Erpenbeck als wichtige literarische Gegenwartsautorin. So wurde sie u.a. mit dem britischen Independent Foreign Fiction Prize (inzwischen bekannt als International Booker Prize) und dem italienischen Premio Strega Europeo geehrt. Ihr Roman »Heimsuchung« wird vom Guardian auf der Liste der »100 Best Books of the 21st Century« geführt. Die amerikanische Übersetzung ihres jüngsten Romans »Kairos« war in den USA für den National Book Award nominiert und wurde 2024 mit dem International Booker Prize ausgezeichnet. Erpenbecks Werk erscheint in über 30 Sprachen.

Arne Rautenberg

Arne Rautenberg, geboren 1967 in Kiel, lebt und arbeitet nach dem Studium der Kunstgeschichte, Neuerer Deutscher Literaturwissenschaft und Volkskunde an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel als freier Schriftsteller und Künstler in seiner Geburtsstadt. Von 2006 bis 2020 war Arne Rautenberg Lehrbeauftragter an der Muthesius Kunsthochschule Kiel. 2013 hatte er die Liliencron-Dozentur für Lyrik an der Christian-Albrechts-Universität inne. 2016 erhielt er mit dem Josef-Guggenmos-Preis den ersten Preis für Kinderlyrik, der je in Deutschland vergeben wurde. Im Herbst 2017 wurde Arne Rautenberg in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung und im Frühjahr 2018 in die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur gewählt. 2020 erhielt Arne Rautenberg die Poetik-Dozentur am Literaturinstitut Hildesheim, das Hermann-Hesse-Stipendium und den Kulturpreis der Stadt Kiel. 2022 ist er Stipendiat der Villa Massimo in Rom. Zuletzt erschienen die Gedichtbände „permafrost“ (2019) und „betrunkene wälder“ (2021), beide im Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg.
Hompage: www.arnerautenberg.de
 

Olivia Laing

Olivia Laing (*1977 in Großbritannien) ist eine essayistisch arbeitende Autor:in, deren Werk Literatur, Kunstkritik und autobiografische Erfahrung verbindet. Internationale Aufmerksamkeit erlangte Laing mit vielgelobten Büchern über Landschaft, Einsamkeit, Körperpolitik und Freiheit, in denen persönliche Erkundungen mit der Betrachtung von Kunst und Künstler:innen verknüpft werden. Neben Sachbüchern veröffentlichte Laing auch einen preisgekrönten Roman und schreibt regelmäßig für internationale Medien wie den Guardian, die Financial Times und die New York Times. Laing ist Mitglied der Royal Society of Literature, wurde mehrfach ausgezeichnet, in zahlreiche Sprachen übersetzt.

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