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Cees Nooteboom

Cees Nooteboom wurde 1933 in Den Haag geboren und ist Romanautor, Lyriker und Reiseschriftsteller. Seine Romane thematisieren Sinnsuche und Wirklichkeitswahrnehmung. 1955 erschien in den Niederlanden der erste Roman Nootebooms, der drei Jahre später in Deutschland unter dem Titel "Das Paradies ist nebenan" bekannt wurde. Neben weiteren Büchern, die seinen Ruf als Reiseschriftsteller festigen, erschien 1980 Rituelen (Rituale), mit dem er eine neue, produktivere Phase als Schriftsteller fiktionaler Prosa eröffnete. 1987 lehrte Nooteboom ein halbes Jahr lang in Berkeley, 1989 wurde er vom DAAD eingeladen, ein Jahr in Berlin zu verbringen, wo er den Fall der Mauer miterlebte. Nooteboom wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, erhielt 2006 die Ehrendoktorwürde der Radboud University Nijmegen und 2008 die der Freien Universität Berlin. Heute lebt er in Amsterdam und auf Menorca.

Bastienne Voss

Bastienne Voss, geboren in Berlin, absolvierte eine Schauspielausbildung und studierte Gesang an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden. Bevor sie langjähriges Mitglied des Berliner Kabarettensembles DISTEL wurde, spielte sie in verschiedenen Fernsehserien sowie an Theatern. 2007 erschien ihr erstes Buch „Drei Irre unterm Flachdach – eine Familiengeschichte“ im Hoffmann und Campe Verlag. 2010 erschien ihr Roman „Mann für Mann“ im Piper-Verlag. Im Herbst 2015 gab Bastienne Voss im Bebra-Verlag das Buch „Glaubt mir kein Wort“ heraus, welches nachgelassene Satiren ihres im März 2013 verstorbenen Lebensgefährten, des Kabarettautors Peter Ensikat versammelt. Im Herbst 2019 erscheint ihr dritter Roman unter dem Titel „Grünauge sieht Dich“ im Picus Verlag Wien. Bastienne Voss lebt mit ihrer Tochter in Berlin.

Colson Whitehead

Colson Whitehead, 1969 in New York geboren, studierte an der Harvard University und arbeitete für die New York Times, Harper's und Granta. Whitehead erhielt den Whiting Writers Award (2000) und den Young Lion’s Fiction Award (2002) und war Stipendiat der MacArthur „Genius“ Fellowship. Für seinen Roman Underground Railroad wurde er mit dem National Book Award 2016 und dem Pulitzer-Preis 2017 ausgezeichnet. Bei Hanser erschienen bisher John Henry Days (Roman, 2004), Der Koloß von New York (2005), Apex (Roman, 2007), Der letzte Sommer auf Long Island (Roman, 2011), Zone One (Roman, 2014) und Underground Railroad (Roman, 2017). Der Autor lebt in Brooklyn.

Brygida Helbig

Brygida Helbig (dt. Univ.-Prof. Dr. Brigitta Helbig-Mischewski), geboren am 12. November 1963 in Szczecin (Stettin), ist eine deutsch-polnische Schriftstellerin, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin und Übersetzerin. 1983 zog sie nach Deutschland. Von 1994 bis 2015 war sie Mitarbeiterin und Privatdozentin der Humboldt-Universität zu Berlin. Zur Zeit ist sie Professorin am Deutsch-Polnischen Forschungsinstitut am Collegium Polonicum in Słubice. Helbig ist Autorin der Monographie über Maria Komornicka „Ein Mantel aus Sternenstaub“ (2005). Ihr Roman „Niebko“ („Himmelchen“) kam 2014 ins Finale des NIKE-Preises, ihr Prosaband „Enerdowce i inne ludzie” („Ossis und andere Leute“) wurde für die Literaturpreise NIKE und GRYFIA nominiert.

Eugene Ostashevsky

Eugene Ostashevsky, geboren 1968 in Leningrad, ist ein russisch-amerikanischer Dichter, der 1979 mit seiner Familie in die USA auswanderte, dort zweisprachig aufwuchs und an der Stanford University Komparatistik studierte. 2005 veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband “Iterature”, 2008 “The Life and Opinions of DJ Spinoza”, darüber hinaus mehrere Chapbooks. 2006 erschien unter seiner Herausgeberschaft mit “OBERIU: An Anthology of Russian Absurdism” die erste englischsprachige Anthologie dieser Autoren. Ostashevsky übersetzt aus dem Russischen, etwa Wladimir Majakowski, Ossip Mandelstam, Daniil Charms, Arkadi Dragomoschtschenko, Alexander Vvedensky und Dmitri Golynko, sowie aus dem Italienischen, etwa Elisa Biagini. 2014 war er Stipendiat des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. Eugene Ostashevsky lehrt neben dem eigenen Schreiben Literatur an der New York University und war 2016 der erste russisch-amerikanische Siegfried-Unseld-Gastprofessor an der Berliner Humboldt-Universität.

Ror Wolf

Ror Wolf, geboren 1932 in Saalfeld/Saale, ist ein deutscher Schriftsteller und Künstler. Nachdem ihm das Studium in der DDR verwehrt blieb und er zwei Jahre als Bauarbeiter dort gearbeitet hatte, emigrierte er im Jahr 1953 in die Bundesrepublik Deutschland. Dort schrieb er sich an der Universität in Frankfurt a.M. für Literatur, Soziologie und Philosophie ein, wo er begann, für die Studentenzeitschrift "Diskus" zu schreiben, bei der er bald Feuilletonredakteur wurde. Neben seiner schriftstellerischen Karriere war Ror Wolf auch Autor erfolgreicher Hörspiele, u.a. von "Leben und Tod des Kornettisten Bix Beiderbecke aus Nordamerika", das mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet wurde und von 1961-63 Literaturredakteur beim Hessischen Rundfunk. Seit 2010 ist Wolf Mitglied der Bayerischen Akademie der schönen Künste, München. Heute lebt der Schriftsteller in Mainz. 

Alia Trabucco Zerán

Alia Trabucco Zerán wurde 1983 in Santiago de Chile geboren. Sie ist Autorin und Schriftstellerin. Nach einem Jurastudium in Santiago de Chile absolvierte sie im Rahmen eines Fulbright-Stipendiums ein spanischsprachiges Creative Writing-Studium an der New York University und promovierte anschließend am University College London in Lateinamerikastudien. Zerán hat sich als Juristin und Autorin u. a. mit Fragen der Menschenrechte beschäftigt und wurde 2022 mit dem Anna-Seghers-Preis ausgezeichnet.

In ihrem Debütroman »La Resta« (2015; dt. »Die Differenz«, 2021) werden drei Kinder von ehemaligen linken Widerstandskämpfern mit der Vergangenheit der Pinochet-Diktatur konfrontiert. Felipe, dessen Eltern unter dem Regime verschwanden, sieht in Santiago de Chile überall Leichen, die er zwanghaft zählt. Auch Iquela und ihre im Berliner Exil aufgewachsene Kindheitsfreundin Paloma sind auf der Suche nach ihrem Platz in einer zerrissenen Gesellschaft. Der Roman erzählt in einer zutiefst suggestiven Sprache von der Schwierigkeit des Erinnerns und Vergessens und den Verwerfungen einer Diktatur, die bis ins Herz der Menschen reicht.

In ihrer zweiten Publikation, dem erzählenden Sachbuch »Las Homocidas« (2019; Ü: Die Mörderinnen), unterzieht Trabucco Zerán die Biografien von vier chilenischen Frauen, die zu Mörderinnen geworden sind, einer kritischen Tiefenanalyse. Dabei beleuchtet sie die gesellschaftlichen und psychologischen Hintergründe aus einer dezidiert feministischen Perspektive und kommentiert parallel, in einer Art Tagebuch, ihre Recherche.

In ihrem aktuellen Roman »Limpia« (2021; dt. »Mein Name ist Estella«, 2024, Ü: Benjamin Loy) widmet sich Trabucco Zerán der prekären Arbeitswelt zumeist weiblicher Hausangestellter: Nachdem die Tochter ihrer Arbeitgeber zu Tode gekommen ist, wird die Hausangestellte Estela vernommen. Ihre Aussage entwickelt sich zu einer schwindelerregenden und psychologisch komplexen Nahaufnahme unüberbrückbarer Klassenunterschiede. »Es ist der um Sachlichkeit bemühte, abgebrühte, fast schon emotionslose Berichtston, der diesem Buch seine Wucht gibt.« (»Neues Deutschland«)

Alia Trabucco Zerán lebt in Santiago, Chile.

Stand: Mai 2024

queeres lesen hören - Geschichte eines Aufbruchs

Ergebnis zu diesem Suchbegriff im Hörraum „queeres lesen hören“; ein audiovisueller Parcours von Lann Hornscheidt und Kristof Magnusson

queeres lesen hören - Wege aus einer schweren Kindheit

Ergebnis zu diesem Suchbegriff im Hörraum „queeres lesen hören“; ein audiovisueller Parcours von Lann Hornscheidt und Kristof Magnusson

queeres lesen hören - Ein Tag im Arabischen Frühling

Ergebnis zu diesem Suchbegriff im Hörraum „queeres lesen hören“; ein audiovisueller Parcours von Lann Hornscheidt und Kristof Magnusson

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