Herrin der Tiere
22. Oktober 1986
Literarisches Colloquium Berlin
Barbara Frischmuth im Gespräch mit Ulrich Janetzki
Laufzeit: 1:20h
Weiterführende Informationen
Mit Herrin der Tiere stellte Barbara Frischmuth im Herbst 1986 den ersten Teil ihres später so bezeichneten Demeter-Projekts vor – eine Erzählung, in der sich die präzise Beobachtung des ländlichen Alltags mit mythischen Motiven und Fragen weiblicher Selbstbestimmung verbindet. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau auf einem Gestüt, die nach einer enttäuschten Liebe davon träumt, Trabrennfahrerin zu werden und sich damit in einer von Männern dominierten Welt zu behaupten. Pferde sind dabei weit mehr als bloße Kulisse: Sie werden zu Spiegeln von Freiheit, Abhängigkeit und dem Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben.
Barbara Frischmuth, eine der bedeutendsten deutschsprachigen Autorinnen ihrer Generation, hatte sich bereits mit ihren frühen Romanen als genaue Erforscherin weiblicher Lebenswelten und als Vermittlerin zwischen Mythos und Gegenwart etabliert. Herrin der Tiere markiert einen Wendepunkt in ihrem Werk: Die Auseinandersetzung mit dem Demeter-Mythos verbindet sich hier erstmals mit einer ebenso poetischen wie gesellschaftskritischen Erzählweise, die Frischmuth in den folgenden Romanen Über die Verhältnisse und Einander Kind weiterentwickeln sollte.





