STUDIO LCB: »Ein von Schatten begrenzter Raum«

16. Dezember 2021
Literarisches Colloquium Berlin

Lesung und Gespräch mit Emine Sevgi Özdamar 
Gesprächspartner·innen: Barbara Villiger Heilig und Helmut Böttiger 
Moderation: Tobias Lehmkuhl 

Programmtext

Drei große autobiographische Romane hat Emine Sevgi Özdamar den drei ungleichen Schwestern Berlin (West), Istanbul und Berlin (Ost) gewidmet. Gemeinsam bieten diese Romane einen einzigartigen Blick auf Kultur und Gesellschaft der siebziger Jahre, auf kollektive Versuche die individuelle Freiheit zu gestalten, auf den Unterdrückungsapparat einer Militärdiktatur und auf eine Mischung aus beidem: die Erfahrung der Grenzenlosigkeit des Theaters in einer ummauerten Stadt. In ihrem neuen Buch »Ein von Schatten begrenzter Raum« (Suhrkamp, 2021) fügt Özdamar diesem Trio nun einen vierten Ort hinzu: Paris. In die französische Hauptstadt ist die Erzählerin des Romans dem großen Regisseur Benno Besson gefolgt und hier sieht das Leben für sie „so aus, als ob die Hölle eine Pause“ macht. 1946 in Istanbul geboren, hat Emine Sevgi Özdamar ihre Erfahrungen als Gastarbeiterin in einer Glühlampenfabrik im Wedding, das wilde Leben im Istanbul vor der Diktatur und ihre Arbeit als Schauspielerin mit Heiner Müller, Thomas Brasch oder Matthias Langhoff zur Grundlage weiterer Bücher gemacht. Vielfach ausgezeichnet gewann sie, die Sprachwechslerin, mit der Erzählung »Mutterzunge« 1991 den Ingeborg Bachmann-Preis. Ein Abend über Kunst und Liebe, über Orient und Okzident, und nicht zuletzt die Frage, ob man auch in Bochum träumen kann.

Personen auf dem Podium