Studio LCB mit Oskar Pastior

19. Dezember 1990
Literarisches Colloquium Berlin

Lesung: Oskar Pastior
Moderation: Hajo Steinert
Gäste: Francois Bondy, Klaus Ramm

Programmtext

In Fortsetzung der Reihe "Studio LCB" liest Oskar Pastior aus bisher unveröffentlichten Texten und diskutiert mit seinen Kollegen Francois Bondy und Klaus Ramm über seine Arbeit. Die Reihe "Studio LCB" ist eine Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Deutschlandfunk, der die Abende an jedem ersten Samstag im Monat von 20.05 bis 22.00 in seinem Programm (Berlin: MW Frequenz 810 kHz) überträgt.

Weiterführende Informationen

Thema der Sendung ist der enigmatische Charakter von Pastiors Dichtung. Die Teilnehmer legen während der Diskussionen überwiegend ihre Deutungsmuster dar. So sagt Klaus Ramm: "Ich glaube, es ist unbestritten, dass das Akustische in der Sprache für Pastior ein ganz wesentliches Element ist. Er baut häufig von der Akustik her, nicht etwa von der Logik oder der Handlung. Diese Akustik kann er natürlich am besten herauskitzeln aus den Texten. Und es gibt Rezensenten, die sagen, wenn man ihn hört, dann versteht man alles." Doch beim Akustischen belässt es Ramm nicht und mutmaßt, dass Pastiors Texte intentional vom Widerspruchsgeist motiviert sind. Die Wesensart dieser Lyrik müsse man auch über den "Widerstand" suchen. Pastior schreibe eigenwillig, ja eigengesetzlich, um sich u.a. auch "gegen Vereinnahmungen durch Sprache und Dichtung" zu schützen - oder anders ausgedrückt: Seine Arbeit wird durchaus motiviert davon, dass traditionellen bürgerlichen Dichtungs-Formaten experimentelle Konzepte entgegengestellt werden, die u. a. auf dem Prinzip eines eigens entwickelten Sprach-Systems beruhen.

Personen auf dem Podium