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Lenka Horňáková Civade
Lenka Horňáková Civade, geboren 1971 in Prostějov, Tschechien, ist Malerin und Schriftstellerin. Gebürtige Tschechin, lebt sie ab 1994 in Frankreich. Nach einem Studium an der Karls-Universität Prag erwirbt sie eine Licence in Bildender Kunst an der Université Paris I La Sorbonne. Seit 2010 veröffentlicht sie literarische Texte, zunächst auf Tschechisch und ab 2016 auf Französisch und in Eigenübersetzung auf Tschechisch. Sie erhält 2016 den Prix Renaudot des Lycéens für Giboulées de soleil (dt. Das weiße Feld, 2017) und 2018 den Prix Richelieu de la Francophonie für Une verrière sous le ciel. Seit 2007 werden ihre Bilder in Tschechien und Frankreich in Ausstellungen präsentiert. Sie ist Mitglied der Kommission des Centre National du Livre für die Übersetzung französischsprachiger Texte in andere Sprachen.
ko ko thett
Der Lyriker ko ko thett wurde 1972 in Rangun (Yangon), der größten Stadt Myanmars, geboren. 1995, während seines Ingenieurstudiums am Yangon Institute of Technology (YIT), begann seine Karriere als Autor mit der Herausgabe der Samisdat-Gedichtsammlungen »The Rugged Gold« und »The Funeral of the Rugged Gold« auf Burmesisch. Nach einer 137-tägigen Inhaftierung wegen der Beteiligung an den Studentenunruhen im Dezember 1996 verließ er Myanmar im Sommer 1997. Er ging nach Singapur und später nach Bangkok, wo er drei Jahre für die Jesuitische Flüchtlingshilfe arbeitete. . Ende 2015 kehrte thett in seine Heimatstadt Rangun zurück, 2016 nahm er am International Writing Program an der University of Iowa teil.
Nana Oforiatta Ayim
Nana Oforiatta Ayim ist Autorin, Filmemacherin und Kunsthistorikerin. Sie ist in Düsseldorf geboren und aufgewachsen. Ihr Großvater ist König der ghanaischen Region Akyem Abuakwa. Sie studierte Afrikanische Kunstgeschichte und Politikwissenschaften, arbeitete für die UN in New York und ist heute weltweit vor allem als Kunstvermittlerin und Kuratorin tätig. Als Gründerin des ANO Institute of Arts and Knowledge hat sie Projekte wie »Das mobile Museum« sowie die erste Enzyklopädie der afrikanischen Kultur angestoßen. Diese ist als Open-Source Archiv-Plattform angelegt, die afrikanische Kunstwerke aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft versammeln möchte, um eine neuartige Wahrnehmung afrikanischer Kunst und ein anderes Verständnis für den Kontinent voranzutreiben. Es ist somit das erste panafrikanische (virtuelle) Kunstmuseum. Nana Oforiatta Ayim kuratiert weltweit Ausstellungen und hält Vorträge über kulturelle Narrative. 2019 verantwortete sie den ersten ghanaischen Pavillon auf der Biennale von Venedig.
Horst Samson
Horst Samson wurde 1954 in der Bărăgansteppe geboren, wohin seine Familie deportiert worden war. Er arbeitete als Lehrer und Journalist, ist Herausgeber von Anthologien und übersetzt immer wieder aus dem Rumänischen (Ana Blandiana, Mircea Dinescu u.a.). Seit 1976 erschienen von ihm zwölf Gedichtbände. Als Kritiker des Ceaușescu-Regimes erhielt er 1985 Schreibverbot und wurde vom rumänischen Sicherheitsdienst mit Verhaftung und Mord bedroht. 1987 emigrierte er mit seiner Familie nach Deutschland und war 2006-14 Generalsekretär der Sektion deutschsprachige Länder des EXIL-PEN. 2018 widmete ihm der Pop-Verlag eine Monographie Heimat als Versuchung – Das nackte Leben, herausgegeben von Traian Pop, mit Beiträgen von Theo Breuer, Kurt Drawert, Franz Hodjak, Jan Kuhlbrodt u.v.a. Zuletzt erschien von ihm der Gedichtband In der Sprache brennt noch Licht (Ludwigsburg: Pop Verlag, 2021).
Ana Luísa Amaral
Ana Luísa Amaral wurde 1956 in Lissabon geboren, wo sie Anglistik studierte und über Emily Dickinson promovierte. In Portugal und im Ausland erschienen zahlreiche wissenschaftliche Studien zur englischen und amerikanischen Lyrik, zur vergleichenden Poetik sowie feministische Studien. Sie ist Co-Autorin eines »Dictionary of Feminist Criticism« und zeichnet verantwortlich für die kommentierte Ausgabe der »New Portuguese Letters« (2010), zudem ist sie die Koordinatorin dieses internationalen Projekts. Außerdem lehrte sie Englische Literatur an der Universität von Porto. Für ihr literarisches Werk wurde sie mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter mit dem wichtigsten Preis Portugals für Lyrik, dem Grande Prémio der Portugiesischen Schriftstellervereinigung (2008), dem Prize Reina Sofia for IberoAmerican Poetry 2021 und dem italienischen Preis Giuseppe Acerbi (2007). Ihre Gedichte erschienen in Übertragung in vielen Ländern Europas, den USA und Lateinamerikas. Die Autorin lebt bei Porto.
Maxim Biller
Maxim Biller wurde 1960 in Prag geboren. Nach dem gewaltsamen Ende des »Prager Frühlings« zog die Familie 1970 nach Deutschland. Biller studierte in Hamburg und München Literaturwissenschaft. Nach Abschluss der Deutschen Journalistenschule in München schrieb er erste Beiträge für »DIE ZEIT«, den »Spiegel« und die Kolumne »100 Zeilen Hass« für das Magazin »Tempo«. In der Sammlung »Die Tempojahre« (1991) sind seine bissigen Kommentare, u. a. zu Pop- und Akademikerliteratur und der Bequemlichkeit des Post-68er-Common-Sense nachzulesen. Mit »Land der Väter und Verräter« (1994) und »Deutschbuch« (2001) folgten weitere provokante Betrachtungen. Biller veröffentlichte außerdem Kinderbücher und Dramen und präsentierte sich mit den »Maxim Biller Tapes« (2004), einer CD mit Songs und Gedichten, als Liedermacher. Er schrieb 18 Jahre lang für die »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung« die Kolumne »Moralische Geschichten«. Seine Werke wurden in 16 Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet. 2015/2016 war er Teilnehmer des »Literarischen Quartetts« im ZDF, 2018 hatte er die Heidelberger Poetikdozentur inne. Biller lebt in Berlin.
Stefanie-Lahya Aukongo
Stefanie-Lahya Aukongo ist eine aus Namibia stammende und in der DDR aufgewachsene Autorin, Dichterin, Kuratorin, Fotografin und Aktivistin. Aukongo studierte an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin. Sie ist seit 2009 Diplom-Kauffrau für Public Management und Public Governance. Sie engagierte sich in bekannten Institutionen wie dem Bundespräsidialamt, der Deutschen Afrikastiftung, dem Afrikahaus Berlin, der namibischen Botschaft in Berlin u.v.m. Künstlerisch liegt Aukongos Schwerpunkt vor allem auf Gender-Themen, Intersektionalität, Empowerment und Panafrikanismus. Ihr Schaffen steht gegen Diskriminierung und für Menschenrechte. Sie kuratiert und moderiert seit 2014 regelmäßig die Berliner Spoken-Word-Veranstaltung One World Poetry Night. 2009 veröffentlichte Aukongo ihren autobiografischen Roman „Kalungas Kind – wie die DDR mein Leben rettete” sowie ihren Gedichtband „United Colours of Seelenkollaps”.
Jake Schneider
Jake Schneider, Jahrgang 1988, ist Übersetzer, Literaturkurator und Chefredakteur von SAND, der Berliner englischsprachigen Literaturzeitschrift. Nach seinem Abschluss in Kreativem Schreiben am Sarah Lawrence College in New York erhielt er 2012 als bisher jüngster Stipendiat ein Stipendium vom amerikanischen nationalen Kunstfonds, um den Lyrikband „Fragmentierte Gewässer” von Ron Winkler zu übersetzen (Shearsman Books) und wohnt seitdem in Berlin. Seine literarischen Übersetzungen erschienen u.a. in den Zeitschriften Words Without Borders, Circumference, Modern Poetry in Translation, STILL, Washington Square und Chicago Review sowie auf einer literarischen Zaubershow und bei der Kunstbiennale Venedig 2015. Neben seiner Tätigkeit bei SAND organisiert er literarische Veranstaltungen und Workshops in Berlin und Vietnam mit einem Schwerpunkt auf kollaborativem Schreiben und dem Übersetzen von „unübersetzbaren“ Texten.
Alia Trabucco Zerán
Alia Trabucco Zerán wurde 1983 in Santiago de Chile geboren. Sie ist Autorin und Schriftstellerin. Nach einem Jurastudium in Santiago de Chile absolvierte sie im Rahmen eines Fulbright-Stipendiums ein spanischsprachiges Creative Writing-Studium an der New York University und promovierte anschließend am University College London in Lateinamerikastudien. Zerán hat sich als Juristin und Autorin u. a. mit Fragen der Menschenrechte beschäftigt und wurde 2022 mit dem Anna-Seghers-Preis ausgezeichnet.
In ihrem Debütroman »La Resta« (2015; dt. »Die Differenz«, 2021) werden drei Kinder von ehemaligen linken Widerstandskämpfern mit der Vergangenheit der Pinochet-Diktatur konfrontiert. Felipe, dessen Eltern unter dem Regime verschwanden, sieht in Santiago de Chile überall Leichen, die er zwanghaft zählt. Auch Iquela und ihre im Berliner Exil aufgewachsene Kindheitsfreundin Paloma sind auf der Suche nach ihrem Platz in einer zerrissenen Gesellschaft. Der Roman erzählt in einer zutiefst suggestiven Sprache von der Schwierigkeit des Erinnerns und Vergessens und den Verwerfungen einer Diktatur, die bis ins Herz der Menschen reicht.
In ihrer zweiten Publikation, dem erzählenden Sachbuch »Las Homocidas« (2019; Ü: Die Mörderinnen), unterzieht Trabucco Zerán die Biografien von vier chilenischen Frauen, die zu Mörderinnen geworden sind, einer kritischen Tiefenanalyse. Dabei beleuchtet sie die gesellschaftlichen und psychologischen Hintergründe aus einer dezidiert feministischen Perspektive und kommentiert parallel, in einer Art Tagebuch, ihre Recherche.
In ihrem aktuellen Roman »Limpia« (2021; dt. »Mein Name ist Estella«, 2024, Ü: Benjamin Loy) widmet sich Trabucco Zerán der prekären Arbeitswelt zumeist weiblicher Hausangestellter: Nachdem die Tochter ihrer Arbeitgeber zu Tode gekommen ist, wird die Hausangestellte Estela vernommen. Ihre Aussage entwickelt sich zu einer schwindelerregenden und psychologisch komplexen Nahaufnahme unüberbrückbarer Klassenunterschiede. »Es ist der um Sachlichkeit bemühte, abgebrühte, fast schon emotionslose Berichtston, der diesem Buch seine Wucht gibt.« (»Neues Deutschland«)
Alia Trabucco Zerán lebt in Santiago, Chile.
Stand: Mai 2024
queeres lesen hören - Wege aus einer schweren Kindheit
Ergebnis zu diesem Suchbegriff im Hörraum „queeres lesen hören“; ein audiovisueller Parcours von Lann Hornscheidt und Kristof Magnusson